Erlebniswelten von der Antike bis heute

Die Geschichte der Erlebniswelten ist sehr alt und lässt sich bis in die Antike verfolgen. Schon im römischen Reich genossen die Menschen ein gemeinschaftliches Zusammensein in Thermen und Gartenanlagen. Oder sie ließen sich in Amphitheatern bei Spielen unterhalten. Ab dem 16.Jahrhundert entstanden dann die ersten öffentlich zugänglichen botanischen Gärten, deren Nutzung allerdings nur den Adeligen gestattet war.

Der Wiener Prater eröffnete 1766 und galt als der erste öffentliche Freizeitpark mit den ersten technischen Vergnügungseinrichtungen. Zu dieser Zeit vermehrten sich die Freizeitanlagen rapide, aber auch sie waren zunächst nur für privilegierte Gesellschaftsschichten vorgesehen.

Im 19.Jahrhundert brach ein regelrechter „Freizeitpark-Boom“ über Europa ein. Der Fortschritt der Industrialisierung machte viele neue technische Attraktionen möglich. In Paris und Koppenhagen entstanden die Tivoli- Parks. Mit ihnen wandelte sich das Bild von den „Freizeit- Lustgärten“ für die Reichen zu Vergnügungsstätten für die breitere Masse.

Ab dem 20. Jahrhundert ging die Entwicklung der privatwirtschaftlichen Freizeitanlagen in Europa zurück; sie verlagerte sich nach Nordamerika. Dort eröffnete dann 1955 das erste Disneyland in Kalifornien. Disney gab den Startschuss für die Entstehung unserer heutigen, künstlich modernen Freizeit- und Erlebniswelten. Er war der erste Freizeitpark mit einem professionellen, privaten Management. Erstmalig musste man nun Eintritt für den Besuch der Anlage bezahlen. Erlebnis wurde nun mit dem Verkauf von Produkten kombiniert. Es ist sogar selbst zu einer käuflichen Ware geworden. Heutzutage sind Vergnügungsparks und Reisen solche Erlebnisprodukte. Zu ihrer Vermittlung reicht die Darstellung der Erlebnissituation aus.

In den letzten Jahrzehnten ist eine weitere neue Erlebniswelt entstanden, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es ist die viel umstrittene so genannte „virtuelle Realität“, die sich besonders (aber nicht nur) unter Jugendlichen großer Popularität erfreut.

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