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Antrag auf ein Handy in Afghanistan – Internationale Perspektive

Antrag auf ein Handy in Afghanistan

Samstag war unser erster regulärer Lern- und Arbeitstag. Da haben wir aber erst nur über verschiedene Fragen, die wir hatten, geredet und sind dann wieder zum Büro, um einen Antrag auf ein Handy zu bekommen. Der Antrag als solches hätte uns aber nichts genutzt, wenn einer der afghanischen Mitarbeiter vom Büro nicht einen Bruder bei der afghanischen Telefongesellschaft hätte. Vor der Mauer des Büros saß ein Paar auf der Straße: Ein Blinder, recht jung, der nur noch Augenlöcher hatte und eine Frau in der Burka.

Samstag war unser erster regulärer Lern- und Arbeitstag. Da haben wir aber erst nur über verschiedene Fragen, die wir hatten, geredet und sind dann wieder zum Büro, um einen Antrag auf ein Handy zu bekommen. Der Antrag als solches hätte uns aber nichts genutzt, wenn einer der afghanischen Mitarbeiter vom Büro nicht einen Bruder bei der afghanischen Telefongesellschaft hätte. Vor der Mauer des Büros saß ein Paar auf der Straße: Ein Blinder, recht jung, der nur noch Augenlöcher hatte und eine Frau in der Burka. Wir haben eher abgeraten bekommen, das Betteln zu unterstützen, aber ich konnte mich nur mühsam beherrschen, denen nichts zu geben. Wenn ich mich getraut hätte, hätte ich sie auch gefragt, ob ich ein Bild machen darf und ihnen hinterher dann etwas Geld gegeben. Wobei das natürlich auch sehr fragwürdig oder zumindest komisch ist. Nach einigem Warten im Büro hatten wir dann tatsächlich diesen Antrag und der Afghane mit den connections fuhr mit uns zur AWCC (Afghan Wireless, der halbstaatlichen Telefongesellschaft). Erst versuchte ein Verkehrspolizist uns daran zu hindern, vor dem Gebäude zu halten, dann wurden wir von einem kleinen Mädchen ganz schüchtern angebettelt (‚Bakschisch’). Ich lächele dann immer freundlich und sage ‚ne’. Das Mädchen war aber hartnäckig und blieb direkt am Auto. In der AWCC gab es sehr viele Menschen, die ein Handy-Chip wollten, obwohl es sehr teuer ist (180,-€). Klaus und der Afghane wurden aber sofort vorgelassen. Leider war es schon zu spät, die Chips gab es nur vormittags. Als wir wieder losfahren wollten, kam noch ein älterer Junge zu dem Mädchen, der aber sehr viel aggressiver bettelte, die Autotür festhielt als wir sie schließen wollten und uns wütend etwas hinterher rief, als wir davon fuhren. Anschließend versuchten wir (Mir Afzal und ich) noch einen Stadtplan von Kabul zu bekommen: Wir waren bestimmt in fünf, sechs Läden, wurden von einem zum anderen geschickt und bekamen letztendlich nur einen uralten (es gab noch zwei deutsche Botschaften), sehr schlecht gezeichneten Plan. Mir Afzal, unser Lehrer, bestand darauf, dass ich auch eine Plastiktüte dazu bekomme. Er war richtig erbost, dass er erst danach fragen musste. Ich wollte gar keine Tüte. In der Stadt habe ich öfter Kinder gesehen, die Plastiktüten verkauften. Wenn jemand etwas an einem Stand gekauft hat, dann kamen sie sofort mit ihren Tüten angerannt, einen Afghani (zwei Cent) pro Tüte. Als wir von dem Einkaufen völlig geschafft wieder in Taimani ankamen, war ich frustriert. Da haben wir den ganzen Tag damit zugebracht, einen Stadtplan zu kaufen und mehr nicht. Und das mit den anstrengenden Fahrten im Taxi, bei denen mein Kopfweh immer doller wird. Nach dem Essen musste ich mich für eine Weile hinlegen. Danach sind Klaus und ich zu Fuß zum Interkontinental-Hotel, um zu sehen, ob es wirklich möglich ist, dort für 5 Dollar die Stunde ins Internet zu gehen. Unser Stadtplan war dermaßen schlecht , dass es nicht möglich war, darauf zu erkennen, wo wir lang mussten. Zum Glück thront das Hotel auf einem Hügel über der Stadt, so dass wir auch ohne den Plan laufen konnten, quer durch die Gassen und Straßen. Ein paar Bilder konnte ich machen, bevor es wieder zu dunkel war. Wir fallen natürlich überall auf, sind aber im Sturmesschritt durch die Stadt, damit es keinen Auflauf gab. Immer wieder Kinder, die uns folgten, immer wieder ‚how are you?’, viele total nett. An einer Stelle in unserer Nähe gab es ein Zeltlager, oft sieht mensch auch Tafeln und Hinweisschilder für humanitäre Organisationen. Als es zu Dunkeln begann, wurden wir auch zum Essen eingeladen, was wir aber abgelehnt haben. Wir wollten ja möglist nicht im Dunkeln laufen. Samstag, der 9. November