Johannes Apfel's blog

Nawroz – das islamische Neujahrsfest in Afghanistan

Nawroz, der ‚neue Tag’, der Anfang des Jahres. Es ist ein Dari-Wort, ein persisches Wort, und ich weiß, das es auch von den Kurden benutzt wird. Hier in Kabul gibt es hauptsächlich zwei Plätze, an denen gefeiert wird: Beide haben irgendwie mit dem vierten Kalifen zu tun. Wir, Benjamin und ich, wollten zu einer Moschee, in der die Gebeine einer Nichte oder eines Neffen des vierten Kalifen liegen.

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Leben in Kabul: Auto fahren, Taxis, Einladungen zum Tee und die Faszination von Bildern


Inzwischen bin ich äußerlich so assimiliert, dass mich letzte Woche ein Junge ganz selbstverständlich auf Dari ansprach, ob er auf meinem Fahrradgepäckträger mit bis zur nächsten Straßenkreuzung fahren könne. War ich stolz. Überall in Kabul gibt es quer über die Straßen Bodenwellen, manchmal aus Panzerketten, meist aus Erde oder auch kleine Gräben, an denen die Autos langsam fahren müssen.

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Krieg im Irak und Stubenarrest in Afghanistan

Nun haben wir also unseren Stubenarrest, verordnet vom Entwicklungsdienst wegen des Angriffs der USA auf den Irak. Heute Morgen gegen halb sechs flog ein Flugzeug so niedrig über unser Hausdach, dass ich von einem höllischen Lärm und ratternden Scheiben geweckt wurde. Ich dachte: Das war’s jetzt, eine Bombe, oder: Krieg jetzt auch in Kabul. Bin ans Fenster gestürzt und konnte dieses dämliche Flugzeug sehen. Erst als ich langsam zur Besinnung kam, habe ich gemerkt, dass ich Herzrasen hatte und wirklich am ganzen Leibe zitterte.

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Begegnungen unter dem Motto: ‚Wir lernen eine fremde Kultur kennen.’


Die Tage hatte ich in Hezarak wieder eine dieser Begegnungen unter dem Motto: ‚Wir lernen eine fremde Kultur kennen.’ Said Machmat fragte mich zu allem Überfluss am Donnerstag: „Und, was hast Du diese Woche wieder über unsere Kultur gelernt?“ Ich konnte den Eindruck nicht loswerden, dass er sich lustig machen wollte über mich. Das Thema war die verschiedenen Strategie, um andere Menschen dazu zu bringen, etwas für einen zu tun. Ich bin gewohnt, um etwas zu bitten und wenn ich ein ‚Ja’ höre, kümmere ich mich nicht mehr intensiv darum, weil ich erwarte, dass es dann gemacht wird.

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Nazim im Arrest

Als ich diese Woche einen Tag später in Hezarak eintraf, kam ich genau in ein heftiges Streitgespräch zwischen einem meiner Lehrlinge und einem graubärtigen, älteren Herren. Ich ließ mir übersetzen, dass Nazim, der Lehrling, sich weigerte (getreu unseren Absprachen) für diesen Herren während der Arbeitszeit nebenher einen Fensterflügel zu bauen. Der ältere Herr wiederum hatte Ingenieur Mir Shah 350 Afghani gegeben und erwartete dafür jetzt auch ein Fenster. Der Fensterrahmen für den Flügel, den Nazim bauen sollte, war übrigens ein Rahmen aus dem Schulneubau.

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Probleme endlich gelöst! Ofen, Einstellung von meinem Co-teacher, Geld für die Lehrlinge und andere Kleinigkeiten

Heute bin ich einfach nicht nach Hezarak gefahren, sondern den Leuten in der Office so lange auf den Zeiger gegangen, bis alles zu meiner Zufriedenheit gelöst war. Nach all diesen kleinen Widrigkeiten mit dem Ofen habe ich mich entschlossen, mich selbst darum zu kümmern. Mein Ansprechpartner Said Machmat meinte zwar, er habe einen Ofen für mich und das sei überhaupt kein Problem und am Samstag, wenn ich immer nach Hezarak fahre, könne er einfach mitgenommen werden.

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Geld und Absprachen, Miss- und Vetternwirtschaft – meine Beobachtungen in Afghanistan


Irgendwann hatte Arnold, mein Kollege vom Entwicklungsdienst, der auch bei der Entwicklungshilfe arbeitet, die Nase voll. Er ist übrigens derjenige, von dem ich am meisten Unterstützung bekomme, konstruktiv, konkret, verlässlich. Das ist sehr angenehm in diesem Land. Wie gesagt, er wollte nicht mehr ständig nur Anrufe wegen diesem oder jenem bekommen, sondern die finanziellen Absprachen besser und möglichst abschließend klären. Dafür hatte er ein Treffen anberaumt. Zum Beispiel sollte auch über den Vertrag von Einnullah geredet werden.

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