Johannes Apfel's blog

Der qualmende Dieselofen im Werkstatt’raum’ in Hezarak


Mitte Januar blieb es manchmal auch tagsüber sehr kalt (wenn es bedeckt war), dass klar wurde, ich muss irgendetwas unternehmen für meinen Werkstatt’raum’. Deshalb in Anführungsstrichen, weil es sich nach wie vor nur um eine überdachte Fläche handelt, die sich an die Außenmauer des Hofes anschließt und die ich zur anderen Hälfte mit Plastikplanen abgetrennt habe (d.h. nicht ich, sondern meine Lehrlinge). Ich habe mich also nicht mehr weiter auf Mündliches verlassen, sondern einen ordentlichen Antrag in der vorgesehenen Form gestellt. Passiert ist auch dann nichts.

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Meine Lehrlinge in der Schreinerwerkstatt


Ab und zu in der Woche frage ich einen meiner Azubis für ein Einzelgespräch. Das stimmt natürlich nicht ganz, denn wir sind ja immer zu dritt, mit Sadat, dem Übersetzer. Kräutertee gibt’s dann, der Ofen im Container ist angeheizt und die Afghanistan-üblichen Süßigkeiten in einer Schale mit mehreren Abteilungen. Als Besonderheit kann ich meist die Karamellbonbons aus Polen anbieten, die ich in einem Laden in Kabul gefunden habe und regelmäßig nachkaufe.

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Besuch im deutschen Technikum in Kabul

Für den Ausflug nach Kabul mit meinen Lehrlingen versuche ich einen Besuch in einer Gewerbe-Schule zu arrangieren. Zufällig spreche ich am Mittagstisch mit einem der afghanischen Mitarbeiter, Fahim. Der ist etwa fünfzig Jahre alt und spricht recht gut Deutsch. „Ich habe einen Kollegen, der ist Lehrer für Schreiner“, sagt er. Ich bin sofort hellhörig und frage ihn aus. „Ja“, meint er: “Ich bin selbst auch Lehrer am ‚deutschen Technikum’. Das ist von Deutschen gegründet worden, vor dem Krieg.

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Hochzeit meines Schülers in Hezarak

Said Machmat kommt erst am nächsten Morgen. Kurz bevor wir losgehen müssen, erreiche ich ihn. Er sagt mir, dass ich selbstverständlich gehen kann, das sei doch meine Entscheidung, ich wäre doch Projektleiter. Na ja, denke ich, immerhin hieß es bis jetzt immer, nicht ohne Begleitung.

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Die abenteuerliche Fahrt mit dem Dieselofen von Kabul nach Hezarak

Vor einer Woche war ich im Büro in Kabul und wollte mal wieder mit dem Chef sprechen, ein wenig von Hezarak berichten und nachfragen, was er von der derzeitigen Sicherheitslage dort hält. Habe ich doch über dritte Hand gesagt bekommen, dass die Amerikaner dort irgendeine militärische Aktion planen.

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Wandern auf dem Land in Afghanistan

Immer wieder bin ich von meinem Übersetzer und den Auszubildenden zum Tee oder zum Essen eingeladen worden. Ich hatte sie immer wieder vertröstet, vor allem mit dem Argument, zuerst wolle ich alle einladen. Das hatte ich ja nun getan und nach Rücksprache mit den Leuten vom Büro war es denn soweit: In der Woche vor Aid (einem der hohen islamischen Feiertage) an einem schönen, klaren, warmen Tag zog ich mit einer Eskorte von sieben Leuten über die wüstenähnliche Ebene los zu den Bergen am Horizont.

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Hohe Herren: Neue Stände in Afghanistan


In der letzten Woche vor den Eid- Feiertagen kommen mich Said Machmat und sein Vorgesetzter Mir Rachim abends im Container besuchen. Irgendetwas führen sie im Schilde, denke ich, und ihr scheinbar harmloses Gespräch war deutlich vorher abgesprochen. Manchmal kann ich mir ein Grinsen nur mühsam verkneifen. So als Said Machmat mich einmal betont nebenbei, interessehalber, fragte, ob wir in Deutschland eigentlich kein Schwarzgeld hätten.

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