Johannes Apfel's blog

Der Kampf um die Sägespäne auf dem Schreinerhof in Hezarak

Meinen Container dämme ich im unteren Bereich einfach mit Sägespänen. Das ist nicht ganz so toll, aber besser als Luft, die frei zirkulieren kann. Ich habe mehrere Leute gefragt, welche ich dafür nehmen kann. Sie haben mir etwas gezeigt, aber zwei Tage später kam einer von NGE und meinte, das hätte er sich extra für sich bereitgestellt. Ich habe mich entschuldigt, gesagt, wie viele Säcke ich genommen hatte und angeboten, zu bezahlen (ich dachte erst, er gehöre zu der zweiten Schreinergruppe).

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Zuschauer und Zugucker bei der Arbeit in Afghanistan

Und dann sind da noch all die Leute, die mich fragen, ob sie für mich arbeiten können. Jeden Tag etwa zwei, drei Leute, junge, alte. Inzwischen habe ich meine drei Jungs soweit, dass sie für mich erklären, dass nicht ich, sondern Said Machmat entscheidet. Sie überwachen auch ganz eifersüchtig, was ich sage. Einmal habe ich versucht, selber einem älteren Herrn zu sagen, dass ich sehr gerne mit ihm arbeiten würde, nur leider Said Machmat das entscheidet. Das fand Sher Sar nicht so gut, weil ich kurz zuvor auch ihm gesagt habe, dass ich gerne mit ihm arbeite.

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Meine drei Schreinerlehrlinge in Hezarak

Die ersten zwei Tage sind sie mir ausgebüchst, wo sie nur konnten. Ich habe dann vor ihren Augen die Stunden aufgeschrieben, die sie tatsächlich gearbeitet haben. Das waren zum Teil nur zwei Stunden. Ich habe sie gefragt: "Und, wie lange hast Du heute gearbeitet?" Die Antwort war im Brustton der Überzeugung: "Acht Stunden." Vielleicht hat das gewirkt. Inzwischen arbeiten sie bis zu sieben Stunden am Tag mit mir und das recht gut.

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Die Hierachie auf dem Hof in Hezarak

Die Gruppe, die hier auf dem Hof ist, ist sehr hierarchisch geschichtet. Da sind die Ingenieure und Ärzte, wobei die Ärzte (außer dem Zahnarzt Safiulah) und ein, zwei Arzthelfer (oder was auch immer) nachts nicht hier bleiben. Darunter dann die beiden Köche, der Fahrer, der Hausmeister und Einige, deren Funktion ich nicht weiß (die Wächter). Ganz unten stehen die Schreiner, die hier auf dem Hof arbeiten und nachts nach Hause gehen.

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Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und eine andere Körpersprache

Said Machmat habe ich offensichtlich mit irgendetwas verärgert oder er mag meinen Reichtum nicht oder es ist noch etwas anderes. Jedenfalls ist er sehr distanziert, grüßt nur knapp, betont mehrfach (gegenüber den anderen), dass ich nur eine Woche Gast bin, danach sei ich im Team, wie alle anderen. Und er versucht, dass ich nichts bekomme, ohne zu bezahlen. Ob das nun Strom ist oder was auch immer.

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Leben und arbeiten in Hezarak: Meine ersten Eindrücke

Morgens kann ich mir immer noch nicht vorstellen, wie ich dort in der Nähe von Mundul (so heißt das nächste Dorf) leben soll. Ich weiß nicht wie und was ich essen werde, mit wem ich zu tun haben werde, ob und wer mir beim Ausbau des Containers helfen wird, mit wem ich in einem Raum schlafen werde. Ganz zufrieden bin ich, weil mir tags zuvor gelungen ist, trotz erheblicher Schwierigkeiten alles an Material zu besorgen, das ich brauche (zumindest, was mir eingefallen ist).

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Ein Mullah in Kabul gibt Antworten

Mir Afzal hatte einen Mullah eingeladen, der uns über den Islam erzählen sollte. Karl war auch die halbe Zeit mit dabei. Der Mullah war noch recht jung, so Mitte 20 und brachte zwei Schüler mit. Alle drei lümmelten sich etwas unsicher auf den (ungewohnten) Stühlen. Er erwartete wohl ein heftiges Streitgespräch und entschuldigte sich zuerst, dass er heute sehr müde und nicht so fitt sei, er habe auch nicht so viel Zeit. Die Taliban hätten ihn übel geschlagen, deshalb die Kopfschmerzen. Er wolle gerne Fragen von uns hören, auf die er möglichst konkrete Antworten geben möchte.

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