Johannes Apfel's blog

Vor der Rückfahrt nach Kabul: Spaziergang in Hezarak, hohe Berge, kahle Landschaft und ein Helikopter

Nachdem ich mir den Hof angeschaut hatte in Hezarak habe ich einen kleinen Spaziergang gemacht. Ich dache, wenn das nicht geht, wegen der Sicherheit, dann kann ich hier nicht fünf Monate bleiben. Astrid fand das ein wenig bedenklich, wollte auch nicht mitkommen. Ich bin den Hügel weiter hinauf, bis ich auf einem Plateau ankam. Wieder weit hinten noch Dörfer, am Rande die Ebene, ganz hinten schneebedeckte, hohe Berge, ringsum alles kahl. Aus einer Senke ragte gerade noch das Minarett einer Moschee hervor. Zuerst dachte ich, es sei ein weiß gekleideter Mann.

Kategorien:

Der Schreinerhof in Hezarak und spärliche Wohnmöglichkeiten

Angekommen in dem Schreinerhof schaue ich mir meine Wohnmöglichkeiten genauer an: ‚Mein’ Raum ist ca. 3x4 Meter groß, es gibt noch drei andere Wohnräume dort. Die beiden geplanten Klassenräume sind nicht gebaut, auch nicht angefangen; die Schwierigkeiten mit dem Vermieter bestehen angeblich nach wie vor. Es gibt eine Küche in einer Ecke des Hofes, etwa 2,5 mal 2,5 Meter, in der auch der eine Koch schläft. Die Toilette ist an die Außenwand angebaut, ein Raum mit einem Loch im Boden. In dem Waschraum, der mir gezeigt wird, steht der Generator.

Kategorien:

Die Fahrt zu meinem zukünftigen Arbeitsplatz nach Hezarak

Morgens um 7.00 Uhr holt uns (Astrid und mich) einer der Fahrer des Entwicklungsdienst-Büros vom Gästehaus ab. Bei der holländischen Organisation im Büro werde ich Said Machmat, einem afghanischen Architekten, vorgestellt. Said Machmat stammt auch aus Hezarak und kann gut Englisch. Alles verstehe ich allerdings nicht. Er ist mein formeller Vorgesetzter, zuständig für die fachlichen Fragen. Ein Fahrer ist wohl krank, ein Auto defekt und ein bestelltes Taxi ist nicht gekommen. Mr. Beckum wird irgendwann ungeduldig und fängt an, die Leute vom Hof zu scheuchen.

Kategorien:

Einverständnis der Deutschen Botschaft in Kabul für die Fahrt nach Hezarak

Nachmittags versuche ich zu erreichen, dass ich mit der holländischen Organisation Entwicklungshilfeorganisation nach Hezarak fahren kann. Am nächsten Tag ein zweites Mal. Holger im Büro erklärt mir, dass ich dafür aber das Okay der deutschen Botschaft bräuchte, wegen der angespannten Sicherheitslage. Nach zwei Anläufen gerate ich an einen höheren Beamten. Am Anfang des Gespräches klärte er mich darüber auf, dass die deutsche Botschaft nichts verbieten oder erlauben würde. Am Ende des Gespräches warnte er mich davor, ohne Erlaubnis der Botschaft nach Hezarak zu fahren.

Kategorien:

Kutschi-Nomaden, ein großer Weinberg und liebe und ablehnende Gesten in Kabul

Bei einem Gang mit Astrid zum Interkonti begegnen uns zwei Frauen, wahrscheinlich Kutschi-Nomaden, weil sie fast gar nicht verschleiert waren und mich direkt ansprachen. Ich gab einer der beiden Frauen 20 Afghani für beide, weil die andere Frau etwas abseits stand. Ein kleiner Junge kam dazu gelaufen und bedeutete mir, den Frauen nichts zu geben, warum auch immer. Gleich darauf wusste ich es: Die zweite Frau kam dazu und wollte auch 20 Afghani. Ich verwies sie an ihre Begleiterin, die daraufhin schnell das Geld einsteckte.

Kategorien:

Viel leckeres Gemüse und Obst in Afghanistan, keine Wolken und kein Tropfen Regen

Ich glaube, ich habe selten so viel Gemüse gegessen, wie hier. Wir haben auch immer Äpfel, Apfelsinen, Mandarinen, Bananen. Schade, dass es die superleckeren Trauben jetzt nur noch selten gibt, und wenn, dann vergleichsweise teuer (80 Afghani, also ca. 1,50 € pro Kilo). Anfangs hatten wir dafür 15 Afghani bezahlt. Mir gefällt es auch gut, dass es hier länger hell ist, als zu Hause. Im Augenblick wird es gegen 6.20 hell und gegen 17.00 Uhr dunkel, Sonnenaufgang ist eine halbe Stunde nach dem Hell-Werden, Sonnenuntergang dementsprechend gegen 16.30 Uhr.

Kategorien:

Ramasan in Kabul, eine Schreinerei in der Nähe und ein Gespräch mit unserem Wächter Mohammad über kulturelle Unterschiede

Zum Glück habe ich mit der kalten Seite des Hauses vorlieb genommen. Das ist zwar wirklich kalt, aber im Augenblick, während Ramasan (Ramadan), tönt jede zweite Nacht der Lautsprecher der nahen Moschee. Die Hazara sind Schiiten und die nehmen es mit dem Koran vorlesen noch genauer als die Sunniten. Und diese Moschee ist eben auf der Seite des Hauses, wo die anderen ihr Zimmer haben und nachmittags die Sonne drauf scheint. Bei uns in der Nähe ist eine größere Schreinerei, die zum Teil für die GTZ oder andere Organisationen Möbel bauen. Eine Woche vorher hatte ich mir die angesehen.

Kategorien:

Pages

Subscribe to RSS - Johannes Apfel's blog