Mario Behling's blog

Freifunk in Berlin – Wenn ich mit meinem „Schleppi“… (offene Netzwerke)

Wenn ich mit meinem Laptop (oder auch Schläpptop wie es sich im Berlingua mittlerweile immer mehr durchsetzt) unterwegs bin, sehe ich immer häufiger offene drahtlose Netzwerke über die ich mich einfach so in das Internet einwählen kann. Ein Name der auf meinem Display in den verschiedensten Ecken der Stadt immer wieder auftaucht ist Freifunk – in meiner Lieblingsbar in der Kopenhagener Straße genauso, wie bei Jing im Studentenwohnheim am Ostbahnhof oder im Sommer auf dem Boxhagener Platz.

Internationale Studenten in Berlin: 你 好!Ni hao, Jing!

Jing wohnt im Studentenwohnheim am Ostbahnhof. Für manche das neue Szeneviertel, denn hier befinden sich viele neue Clubs und Bars wie die Panoramabar, das BKA und das Maria am Ostbahnhof und auch die Spree mit den vielen neuen Strandbars ist nicht weit… Obwohl es jetzt natürlich schon viel zu kalt ist, hier zu sitzen.

Berliner Mauerparkmarktnovembertag - Preise rauf, Preise runter (Teil II)

Am Anfang hast du noch „Träume“. Die Jacke kostet 120,- Euro. Ich habe sie nur einen Sommer angehabt. Ich denke unter 20,- Euro verkaufe ich sie niemals! Was am Vormittag dann noch „abgerungen“ für 15,- Euro weggeht, wird abends für 4,50 Euro verkauft. Aber bevor Du es wieder mit nach Hause nimmst… Also hier stehen wir nun. Gut, essen wir erst mal einen Apfel (den wir von zu Hause mitgebracht haben) und machen ein Foto.

 

Yiannis Katsoyiannis isst einen Apfel, während er auf dem Flohmarkt am Mauerpark am 13.November 2005 auf Kunden wartet
Yiannis Katsoyiannis isst einen Apfel, während er auf dem Flohmarkt am Mauerpark am 13.November 2005 auf Kunden wartet
 
Hm. Wie funktioniert so ein Markt? Das ist ein ganz bestimmtes Publikum und es ändert sich jede Stunde. Am Morgen gibt es viele Ausländer, die die besten Schnäppchen suchen. So viele Fragen nach meinen Lautsprecherboxen, dass der Preis von mal zu mal immer höher wird. Dann passiert eine halbe Stunde gar nichts und plötzlich verkaufst Du 20 alte Bücher und zwei T-shirts. Jetzt kommen die Älteren und die Ärmeren. Oder muss man mittlerweile schon von Armen sprechen? Leute, die hier etwas Billiges suchen, weil sie es brauchen. Ist schon krass was das mittlerweile für Auswüchse angenommen hat. Wer will der sieht es. Ob die jungen Studenten das sehen? Halb zwei, unser Zielpublikum trifft ein! Jetzt geht es los! Nachdem Brunch sind sie jetzt unterwegs, um die Großstadtstimmung auf dem Markt zu genießen! Nachdem unsere Preise auf einen Tiefststand gesunken waren, klettern sie jetzt wieder! Auf dem Schild „Alles in der Kiste für 1 Euro“ werden jetzt „1,50 Euro“. Die alten Jeans von Yiannis gehen für 10,- Euro weg! Unsere Laune wird besser! Ok, jetzt kann man sich auch einen „Crepes“ leisten. Die Standmiete ist schon lange wieder drin und die Geschäfte gehen gut!

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Berliner Mauerparkmarktnovembertag (Teil I)

7 Uhr Aufstehen, 7.38 Uhr Einladen, 7.49 Uhr Abfahrt, 8.16 Uhr die Sachen von Paola Einladen, 8.32 Uhr auf dem Mauerparkmarkt. Die Sonne scheint. An der Bernauerstraße wird gebaut wie immer in Berlin.

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Mensch, dann verschlafen wir das größte Ding in der Weltgeschichte! (zum 9. Nov. 1989)

Ich war 14 Jahre alt im Jahr 1989, eine aufregende Zeit im Leben, aber dieses Jahr war für alle aufregend, die hier lebten. Soviel war passiert den Sommer über. Viele waren über Ungarn abgehauen und wir hatten einen neuen Regierungschef, der aber auch aus „der alten Garde“ war.

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Der Mauerfall - Suche Berichte zum 9. November 1989

Am 9. November 2005 wird diese Website offiziell online gehen - ein historisches Datum! 16. Jahrestag des Mauerfalls! Dafür suche ich Geschichten vom 9. November 1989, die auf dieser Seite veröffentlicht werden.

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Studieren in Italien: Nicht nur piano, piano und immer mit der Ruhe

Morgens um fünf geht es am 2. März mit Czech Airlines zuerst von Berlin nach Prag und dann weiter nach Rom. „Das ist die billigste Variante“, meint Jana im Reisebüro. Von Rom dann noch drei Stunden mit dem Zug und ich sollte gegen 23 Uhr ankommen. Doch unterwegs in Italien wartet schon eine Überraschung auf mich, denn es gibt Streik und das heißt: Es gibt keinen Anschlusszug. Streik, „Sciopero“, das ist also ein Wort, das man sich merken muss. Doch Streik in Italien ist mit Streik in Deutschland nicht zu vergleichen. Irgendwie funktioniert trotzdem alles. Und nachdem einige Mitreisende mächtig Krach machen, bucht der Stationschef zwei Taxis für die übrig gebliebenen 8 Reisenden. Die anderen ca. 20 Personen, die ebenfalls in unsere Richtung wollten, sind offenbar schon anders weitergekommen.

Im Taxi sitzen wir zu fünft. Der Fahrer, zwei Frauen, ein aufgeweckter 13-jähriger und ich. Und wie sie sich alle so offen und munter miteinander unterhalten, fühle ich, jetzt bin ich in Italien angekommen. Zwei Stunden sind wir unterwegs, viele Themen werden abgehandelt. Das Fernsehen und die Politiker, vor allem Berlusconi, bekommen ihr Fett weg, soviel verstehe ich.

Zufälligerweise lebte eine der Frauen lange Zeit in Deutschland und spricht dann auch noch perfekt deutsch. Ich nutze die Gelegenheit, um mir einiges erklären zu lassen. „Sagen denn alle Du zueinander in Italien?“ „Nicht alle, aber auf dem Lande die meisten.“ Zumindest sind der Taxifahrer und der 13jährige Junge auf „Du und Du“. Die andere Frau versucht etwas ihr Englisch mit mir und freut sich, dass ich sie verstehe. Leider spricht sie kein deutsch, sagt sie, aber sie gibt mir die Telefonnummer von einem Mädchen, „multo carina” – sehr hübsch, das ebenfalls in Macerata studiert und mir bestimmt irgendwie weiterhelfen kann.

In Macerata angekommen, treffe ich gleich zwei Erasmusstudenten aus England, die mich durch die kleinen Gassen zur Herberge bringen. Dort kann ich wohnen bleiben, wenn ich will, doch ich bevorzuge es, eine Unterkunft mit ein paar Italienern zu suchen.

Keine langweilige WG

Im Erasmusbüro am nächsten Tag geht es ziemlich streng zu und ich denke, „das ist doch gar nicht Italien...“. Wie sich herausstellt, kommt die Beauftragte auch aus Frankreich, was die Verständigung leichter macht, denn ich habe italienisch gerade erst angefangen.

Da treffe ich auch Andrea, in Italien ein Männername, der demnächst nach Nancy will und mir gerne hilft bei der WG-Suche. Nachdem wir alle Aushänge an der Uni durchstöbert und eine ganze Menge Anrufe getätigt haben, treffen wir Laura mit einem Gipsarm auf der Straße. Sie hatte vor der Disko mit ihrer Vespa einen kleinen Unfall, erzählt sie und nimmt uns mit auf einen Espresso zu sich nach Hause. Die Mitbewohner Giovanna und Francesca dort sind auch gleich einverstanden, dass ich bei ihnen einziehe. Zag, eigentlich Alessandro, ist gerade nicht da. Mit ihm soll ich in einem Zimmer wohnen. Ob er denn nicht gefragt werden sollte, meine ich, und die Mädels meinen, das geht schon klar. Anscheinend haben sie das Sagen dort. Also hole ich meine Sachen aus der Herberge und ziehe ein. Wie sich herausstellt, ist Zag auch nur 1-2 mal pro Woche da / wo er sonst schläft, weiß ich nicht. Auch Francesca bleibt öfters mal eine Woche zu Hause bei den Eltern, um zu lernen.

Eigentlich brauche ich jetzt noch eine offizielle Aufenthaltserlaubnis, die „Carta di Soggiorno“ und einen „Code Fiscale“, aber nachdem ich zur Behörde gehe und sich dort etwa 100 Leute an zwei Schaltern drängeln, denke ich, darauf kann ich vielleicht verzichten. Da ich ja jetzt in einer WG wohne, muss ich die Bescheinigung ja auch keinem Vermieter vorlegen und das Mobiltelefon habe ich mit dem „Code Fiscale“ von Andrea gekauft. Also, was soll’s.

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