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Heiner Müller und das Deutsche Theater in Berlin

Ein Interview mit dem Dramaturgen Alexander Weigel über Heiner Müller und das Deutsche Theater-Berlin „Jetzt weiß ich, wer Fortinbras ist... die Deutsche Bank.“ (H.M.)

Alexander Ernst traf den ehemaligen Dramaturgen des Deutschen Theaters Alexander Weigel in Berlin-Mitte (Januar 2005). Im Focus des Interviews standen die drei Műller-Inszenierungen des Lohndrückers, der Hamlet/Hamletmaschine und Mauser (1987-1991) am Deutschen Theater. Es entstand ein zeithistorisches Dokument. Im Hintergrund die erste friedliche deutsche Revolution.

Ernst: Herr Weigel, wie und wann haben Sie Heiner Müller kennen gelernt? 

Weigel: Ich kannte ihn schon länger, aber wann das genau war, dass weiß ich nicht mehr. Das ist ewig lange her. Es muss entweder in den 60er oder den 70er Jahren gewesen sein, da trafen wir uns ab und zu mal. Als Müller dann bei Benno Besson (1922-2006, A.E.) dem Intendanten der Volksbühne Ende der 70er Jahre arbeitete, sahen wir uns dann häufiger. Ich glaube sogar, dass meine erste Begegnung mit Müller gar nicht mal eine so angenehme war. Meine erste Inszenierung am Deutschen Theater entstand durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Adolf Dresen (1935-2001, A.E.). Eine der Absurditäten meiner persönlichen Geschichte bestand darin, dass die Beiden wichtigsten Regisseure, mit denen ich künstlerisch zusammen gearbeitet habe, also Adolf Dresen und Heiner Müller, sich leider nicht verstanden. Der Dresen auf der einen Seite, der Müller auf der anderen Seite. Und der Dresen hasste Müller. Er konnte ihn einfach nicht ertragen. Das fand ich absolut ungerecht, er fand alle seine Gedichte bescheuert. Es gibt viele bescheuerte Gedichte von Müller, aber dann auch wieder sehr schöne. Na ja, der Dresen hatte keinen Sinn dafür. Ein Grund für diese negative Einstellung könnte diese frühe Erfahrung gewesen sein, die er damals mit Müller gemacht hatte. Dresen betrachtete Müllers Schreibweise in einer eher kritischen Weise, weil Müller damals versuchte, die realen Verhältnisse der DDR zu beschreiben. Ich beziehe mich auf den Versuch mit DER UMSIEDLERIN von 1961… Da lief alles fürchterlich schief. Ich fand Dresens Haltung ungerecht, und hab es ihm auch mal gesagt. Für mich war das damals eine ganz blöde Situation. Die Nähe zu Dresen entstand erst viele Jahre später, als Müller bekannt war, in der Welt rumreiste und ab und zu mal während der Inszenierungen am Deutschen Theater erschien. Zu der Zeit inszenierte er bereits am Berliner Ensemble…

Ernst: Herr Weigel, Sie haben fast vierzig Jahre am Deutschen Theater gearbeitet, Sie kennen sich also mit der Geschichte des DDR-Staatstheaters bestens aus. Wie kam es zu dieser späten Zusammenarbeit zwischen Müller und dem DT. Man könnte ja hinzufügen wollen, dass diese Beziehung von Anfang an sehr belastet und äußerst kompliziert war.

Weigel: Ja, das war eine wirklich sehr komplizierte Beziehung. Ich habe darüber einen Beitrag in der Zeitschrift für Literatur „Text+Kritik“ geschrieben,1 indem ich versuchte dieses Thema ausführlich darzustellen. Das DT hatte eigentlich Kontakte mit Müller seit den 50er Jahren aufgenommen. Er lieferte die Stücke, aber daraus wurde nie etwas. Dann geschah der Skandal um DIE UMSIEDLERIN und Müller wurde verdrängt und vergessen… Diese lang ersehnte Zusammenarbeit ergab sich anlässlich des bevorstehenden Jubiläums zur 750-Jahres-Feier Berlins. Im Sinne eines Dramaturgen des DT kamen eigentlich nur die „Gegenwartsstücke“ von Heiner Müller und Volker Braun in Frage. Natürlich bestand der ursprüngliche Plan darin, Müllers Lessing Stück LEBEN GUNDLINGS FRIEDRICH VON PREUSSEN LESSINGS SCHLAF TRAUM SCHREI zu machen, es war aber damals sehr schwierig jemanden zu finden, der das Stück inszenieren wollte… Das Risiko war einfach zu groß.

Ernst: Warum hat Müller dem damaligen Intendanten Dieter Mann ausgerechnet den LOHNDRÜCKER vorgeschlagen? Ein „Produktionsstück“ aus den Jahren des Aufbaus der DDR. Er definierte es sogar als sein „aktuellstes Stück in der DDR“.

Weigel: Damals fand ein Gespräch mit Müller statt. Das DT wollte etwas wieder gutmachen, und so schlug der damalige Intendant Dieter Mann dem Müller vor, er solle LEBEN GUNDLINGS inszenieren. Natürlich hätte das Ganze im Rahmen der Lessing Veranstaltungen des DT „Lessing und kein Ende“ stattfinden sollen. Müller jedoch, wie Sie eben sagten, entschied sich für den LOHNDRÜCKER, er selber hielt es für sein aktuellstes Stück. Das war 1987. Eine Zeit, in der die Widersprüche der DDR immer deutlicher zum Vorschein kamen. Müller bestand sogar darauf, das Stück selbst inszenieren zu wollen, da seiner Meinung nach kein Regisseur bereit gewesen wäre, dieses alte Produktionsstück auf die Bühne zu bringen. Wir alle fragten uns warum ausgerechnet dieses alte und widersprüchliche Stück aus der Aufbauzeit in Frage käme. Warum sollte es sein aktuellstes Stück sein? Dieter Mann wollte nicht in der Vergangenheit graben und alte Wunden wieder aufreißen. Daraufhin sagte Müller entschieden: „Na, dann macht es doch selber.“

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OpenMoko in a nutshell: Platform architect Mickey about new approaches in the Neophone design and OM as an open source rolemodel

Michael 'Mickey' Lauer, platform architect of OpenMoko, is talking to Robert Schuster about the ideas behind the project, new approaches in the Neo Freerunner phone's software and hardware design and about OpenMoko being an open source role model in Taiwan.


Produced by Mario Behling // Interview Robert Schuster
Link: http://video.google.com/videoplay?docid=355664534802394465

 

Robert: Mickey, what is OpenMoko?

Mickey: In a nutshell OpenMoko is the first real open source mobile communications platform. It is as simple as that. So what does that mean? It is a communication of open software and open hardware. Open software means we have a full mobile communication stack beginning from bootloader, over sysinit. We have a GSM phone server. We have applications.This is one crucial part, everyone can tinker with that, can change parts with that or everything, if he or she wants. But that is not everything. The other side is Open Hardware. Even if you have a full stack, where is the hardware, where you can actually flash that stack and run it. Most manufacturers just give out closed hardware. That means you can at maximum install a Java applet or something like that. But that is it. On OpenMoko you can install everything you want. It is open. We actually encourage to replace our software stack if you want to. This is experimentation at its best. We are trying to give power to the developer people.

Robert: What are the benefits for the user with this approach?

Mikey: Well, for the user, typically if you want to have newer software, you need to buy a new phone. Usually you can't update a phone and expect to have additional features. But with the Neophone it is completely different. You can install additional packages, you can install complete new operating systems, if you want that. So, the idea is, that ones we give power to the developers, they come up with really exciting applications. They can do nowhere else. Then typical users start to say: “Oh, this is a nice application. I want to have that device, because it does not run anywhere else.” So, this is how we think, we can sell a lot of devices eventually, even to end users.

OpenMoko Logo

Openmoko is a project which encompasses two related sub-projects, with the combined aim of creating a family of open source mobile phones. The project was founded by FIC. The first sub-project is Openmoko Linux, an open source Linux based operating system designed for mobile phones, built using free software. The second sub-project is the development of hardware devices on which Openmoko Linux runs. The first device released was the inconsistently-named Neo 1973 or Neo1973, which was followed up by the Neo Freerunner on the 25th of June 2008. Unlike most other mobile phone platforms, these phones are designed to provide end users with the ability to modify the operating system and software stack. Other Openmoko supported phones are listed here. (Version 4 July 2008, at 16:52, http://en.wikipedia.org/wiki/Openmoko)

Robert: And how are you involved in the OpenMoko project? What is your role in this project?

Mickey: I'm the platform architect. My current task is to work on the OpenMoko framework which is a set of middleware services, that allow our developers to use telephony, to use preferences, to use the pimp storage, things like that. So, I am trying to extract platform services out of our product specs and come up with a durable platform where developers have an idea what they can rely on – which services. And then we try to factor these platform things back into the actual products.

Robert: What are your plans for the future? Do you want to have the OpenMoko software on more telephones, on more mobile phones or just your devices?

Mickey: Actually, OpenMoko as a software is kind of designed in a generic way. We would really love to have OpenMoko running on – say the EZX devices of Motorola, say the HTC devices, where some guys came up with a Linux port. I think it is really good for the platform if it spreads out well. This is really good for us that people know, OpenMoko runs on a lot of platforms. However, at the end of the day OpenMoko as a company wants to sell devices. So, of course OpenMoko is optimized to run on a Neo platform.

OpenMoko Neo Freerunner Phone Robert: At the beginning of the project, there were some problems. You were not able to make phone calls and such things. Let's show us, what you can do today.

Mickey: Yeah, I have to admit, we had a lot of problems getting the bread and butter features right. Actually placing a phone call was really, really hard. It was harder than we estimated. This is a framework testing image and I use it to just concentrate on basic features. Now we can place calls, we can dial a number. It is completely reliable nowadays. The modem no longer hangs up. We can send sms. We have contacts, we have GPS location and this is what people really expect. It is just the barebones features, however, these are reliable now. And from now on, there we can go like implementing a guitar tuner, implementing a web server in your hand, implementing all kinds of strange things people want to do that they just cant do on a closed source system. And the beauty of that is, you have full VGA resolution. It is 285 ppy. It is the highest resolution you can buy at this point of time. It is very slick. It has a nice touchscreen. We have embedded two LEDs behind the buttons, one red color LED and one multi color LED behind the power button. It is a nice design.

Robert: I have not seen any connector for a charger. How do we charge the phone?

Mickey: Usually people supply wall chargers and everyone is incompatible with another one. We said no. We don't want that. There is a standard nowadays. It is called USB and USB provides power. So this USB plug we have here is a standard mini USB plug. It is used for both data transfer as well as charging. You always have your charger with you, if you have a laptop with you or we of course supply a wall charger with a USB plug.

Robert: This is very handy. You do not need an extra plug.

Mickey: Exactly.

Robert: We now come to a completely different topic. How is it work at OpenMoko? Where is it located? How many people are you?

Mickey: Well, OpenMoko is different to what I am being used to. Being a Taiwanese based company you have a completely different culture. Usually I am like two or three times in Taiwan every year and they have a lot of really smart people there. OpenMoko Inc. is like 60 or 70 people – 30 hardware people, 30 software people and 10 for administrative tasks. It's great. It's different, they are all very shy and they are very modest and you need to encourage them to come all by themselves to say: “No, I don't like that.” or “I have a better idea.” It is really challenging when you are used to work with European guys, who are more self-esteemed. But it is an interesting environment. OpenMoko is actually trying to be a kind of a role model in Taiwan, because usually you don't have any open source companies in Taiwan. OpenMoko tries to establish a kind of an open source culture in Taiwan and it is exciting to be a part of that.

Robert: Thank you for your answers Mickey and good luck for your project.

Mickey: Thank you.

Links:
- Michael 'Mickey' Lauer http://www.vanille-media.de , Wiki profile http://wiki.openmoko.org/wiki/User:Mickey
- Robert Schuster http://www.fsfe.org/en/fellows/robertschuster/weblog
- OpenMoko www.openmoko.com
- OpenMoko Wiki http://wiki.openmoko.org
- OpenMoko Blogs http://planet.openmoko.org

Media:

Daniel Molkentin über neue Features in KDE 4.1, Spass in der internationalen KDE-Community und seine Zukunftspläne

KDE LogoDaniel Molkentin von der KDE Community spricht mit mir ueber die aktuelle Entwicklung der Desktop-Oberfläche auf dem Linuxtag 2008 in Berlin. Themen sind
- die Plasmaoberfläche von KDE 4.1
- Moeglichkeiten fuer kommerzielle Distributoren den Desktop zu branden
- die Zusammenarbeit mit anderen Communities, wie Wikipedia und der Idee von Offlineclients
- die Zusammenarbeit mit dem OpenStreetmap-Projekt beim KDE Desktop Globus Marble
- die weltweiten Parties zum Release von KDE 4.0
- das geplante Camp KDE in Amerika
- das Potential der wachsenden Community in Asien
- Moeglichkeiten bei KDE mitzumachen


Linuxtag 2008, Interview mit Daniel Molkentin von KDE from Mario Behling/Kamera: Stefan Koehler
Die K Desktop Environment (KDE; auf Deutsch K-Arbeitsumgebung; früher: Kool Desktop Environment) ist eine frei verfügbare Arbeitsumgebung, das heißt eine grafische Benutzeroberfläche mit vielen Zusatzprogrammen für den täglichen Gebrauch. Diese ist vorrangig für Computer gedacht, auf denen ein Unix-ähnliches Betriebssystem läuft, wie z. B. BSD, Linux oder Solaris. Die Version 3 kann mit Cygwin auch unter Windows und mit Fink auch unter Mac OS X betrieben werden. Seit Version 4 kann KDE-Software prinzipiell auch nativ unter Windows und Mac OS X genutzt werden, die Entwickler planen eine lauffähige Version von KDE für Windows und für Mac OS X für KDE 4.1. Version 15. Juni 2008 um 22:56, http://de.wikipedia.org/wiki/Kde)

KDE 4.1 Desktop Image Small
Daniel Molkentin: "Wo es im Moment interessant wird. ... Wir haben einen Desktop-Globus namens Marble und dort arbeiten die Autoren aktiv mit OpenStreetMap zusammen. Wir koennen jetzt bereits OpenStreetMap-Karten anzeigen, noch als "Tiles" und wir hoffen diese "Tiles" bis Ende des Jahres durch wirkliche Vektordaten erzetzen zu koennen, die wir dann ueber die Landkarte legen koennen. Da sind sehr viele Leute aus dem KDE-Projekt aktiv geworden. Torsten Rahn ist da zu nennen, der Autor und andere."

OpenStreetMap ist ein freies Software-Projekt mit dem Ziel, für jeden frei verfügbares weltweites Kartenmaterial in elektronischer Form zu schaffen. Es handelt sich bei dem Projekt um ein Wiki mit geographischen Daten, die (im Gegensatz zu proprietärem Material) unter einer freien Lizenz (Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0) verwendbar sind.

Media:

Serchilo: Meta Search Engine with Wiki Commands

I followed a lightning talk of Georg Jähnig on serchilo.net at the 24c3 Chaos Communication Congress. The video is available now in the torrent network. I uploaded it to Google Video (please post alternatives as comments). Last year I already published an interview with Georg in German. He put quite a lot of work in improving the website and making it more international since then. Hope his ideas takes off even more in the upcoming year. Would be great to have him at the SuMa-eV congress this year as well.

Videolink: http://video.google.com/videoplay?docid=-5416119002471085549

Link: www.serchilo.net
Blog: serchilo.wordpress.com
Serchilo Firefox-Plugin: serchilo.net/wiki/index.php/Serchilo:Firefox
Georg Jähnig: de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Jorges

Media:

Open Business - Spreadshirt and Jamendo

Some time ago Andreas Milles of Spreadshirt had a presentation at the Berlin Webmonday about his companies Open Logo Contest. They had developed a community that worked on the development of their new logo. In the end they actually took the logo design of a free designer, who they only knew through his contributions on the website.

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