deutsche teilung

Geschichte der Berliner Mauer nach 1989 und Bestandsaufnahme der noch erhaltenen Fragmente

Der offizielle Abbau der Mauer begann am 13. Juni 1990 in der Bernauer Straße (siehe Abbildung Nr.9). Dies geschah nach den ersten freien Wahlen unter ostdeutscher Kontrolle. Ausgeführt wurde er von Grenztruppen, unterstützt durch die Bevölkerung. Bereits Ende 1989 begann die Außenhandelsfirma LIMEX der DDR die Mauer weltweit zu vermarkten. Der höchste erzielte Preis belief sich dabei auf $ 500.000 pro Segment. Bis zur Wiedervereinigung war die innerstädtische Mauer fast völlig verschwunden. Ab dem 03.Oktober 1990 wurde der Abriss dann durch ehemalige NVA-Angehörige, Bundeswehrtruppen und britische Pionierverbände fortgesetzt. Hinzu kam die Zerstörung der Mauer durch die so genannten "Mauerspechte". (siehe Abbildung Nr.10). Der größte Teil der abgebauten Stücke wurde zu Straßenfüllmaterial zerkleinert. Denkmalschutzbehörden forderten gegen erheblichen Widerstand von Politikern, der Öffentlichkeit und der Presse, die Erhaltung von Teilstücken als Denk- oder Mahnmal. Daraufhin wurden 1990 vier kurze Abschnitte in eher abgelegenen Plätzen unter Denkmahlschutz gestellt.

Bestandsaufnahme der erhaltenen Fragmente

Heute gibt es nur noch wenige Überreste der Berliner Mauer. Außerdem ist zu erwarten, dass auch diese teilweise in den nächsten Jahren abgerissen werden. Von den zahlreichen Wachtürmen sind nur noch drei im Stadtgebiet erhalten geblieben.

Im Folgenden werden die heute noch existierenden Reste, ihr Zustand und ihre Standorte aufgelistet. Diese Fakten sind im Wesentlichen ausLeo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 übernommen:

1. Bernauer Straße / Ackerstraße

offizielles Mauerdenkmal Bernauer Straße / Ackerstraße aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 -Segmente der Berliner Mauer, teilweise rekonstruiert und saniert

-Hinterlandmauerreste immer wieder am Boden sichtbar

-Anschlussspuren an Hausfassaden

-Postenweg, Original-Lampen

2. Bösebrücke / Bornholmer Straße

-Segmente der inneren Mauer auf ca. 200 Metern Länge

-Fahrbahnmarkierungen des dortigen ehemaligen Grenzübergangs

-Original-Lampen

3. Checkpoint Charlie, Friedrichstraße / Zimmerstraße

Checkpoint Charlie,  Friedrichstraße / Zimmerstraße aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 -Nachbau der Alliierten-Kontrollbaracke (das Original befindet sich im

Alliiertenmuseum)

-innere Mauer (Hinterlandmauer) in der Schützenstraße/ Friedrichstr.

-Wachturm auf DDR-Seite, der trotz Protesten im Dezember 2000 abgerissen wurde

-Nachbildung des Schildes „Achtung, Sie verlassen den amerikanischen Sektor“

4. Eastside Gallery, Mühlenstraße

Eastside Gallery, Mühlenstraße aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 -Segmente der inneren Mauer auf 1,3 Kilometern Länge

- längstes erhaltene Stück der Berliner Mauer, steht unter Denkmalschutz

 

5. Gartenstraße / Bernauer Straße

Gartenstraße / Bernauer Straße aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 -längere Abschnitte der inneren Mauer (Hinterlandmauer), zum Teil noch mit altem Farbschema

-Reste eines Schaltkastens hinter dem Abschnitt auf der südwestlichen Seite der Gartenstraße sowie daneben

- im ehemaligen Todesstreifen, ein erhaltener Lichtmast

 

6. Invalidenfriedhof, Scharnhorststraße

-Segmente der inneren Mauer (Hinterlandmauer)

-Friedhofsmauer am Kanalufer, die, verstärkt durch einen Zaun, als vordere Grenzmauer diente

7. Kieler Straße

Kieler Straße aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999 -Wachturm

-kurzer Abschnitt der Hinterlandmauer als Trennwand

- zwischen zwei Hausgärten im Hof einer Wohnanlage

 

8. Mauerpark, Eberswalder Straße / Schwedter Straße

19Mauerpark1.jpg -Segmente der inneren Mauer (Hinterlandmauer) auf ca. 300 Metern Länge

- Eigenschaften: besonders hoch, glatt und massiv und weit von den eigentlichen Grenzanlagen entfernt, wegen der vielen Menschen, die das angrenzende, heutige Friedrich-Jahn-Stadion besuchten

 

9. Niederkirchner Straße / Wilhelmstraße

Mauerloch, Niederkirchner Straße, 2005 -Überreste der Berliner Mauer

- Grenzmauer 75

- durch einen blauen Steckmetallzaun geschützt, der früher zur Ausstattung des Todesstreifens gehörte

 

10. Parlament der Bäume, Schiffbauerdamm / Reinhardtstraße

-Installation von Mauerelementen, die von anderen Plätzen herangeschafft wurden (Künstler: Ben Wargin)

-originaler Postenweg an seinem ursprünglichen Standort

11. Potsdamer Platz

-Segmente der inneren Mauer (Grenzmauer 75, hier als Hinterlandmauer, auf 30 Metern Länge, von denen die Hälfte im April 1999 auf Weisung des Berliner Senats abgetragen wurde)

-Wachturm

 

12. Puschkinallee, Schlesischer Busch

Puschkinallee, Schlesischer Busch  aus Leo Schmidt, Polly Feversham, Die Berliner Mauer Heute, Berlin 1999

-Wachturm des Typs BT-9 (Führungsturm)

-Segmente der inneren Mauer (Hinterlandmauer)

 

13. Schwartzkopffstraße / Pflugstraße

-etwa 100 Meter langer Abschnitt der inneren Mauer (Hinterlandmauer) in originalem Zustand (nur das Warnschild „Halt! Grenzgebiet“ wurde inzwischen abmontiert) im Hof hinter Wohnhäusern auf der Ostseite der Pflugstr., neben angrenzenden Bahnanlagen

-originale Farbfassung der Mauer mit weißen Rechteckfeldern in grauer Rahmung

14. St. Hedwig’s Friedhof, Liesenstraße

-Berliner Mauer (Grenzmauer 75) auf 15 Metern Länge

-Segmente der inneren Mauer (Hinterlandmauer)

-Betonfundament von entfernten Grenzmauer 75-Teilen in den Büschen entlang des Gehwegs Richtung Chausseestraße

15. Friedrich-Ebert-Straße

-Hinterlandmauer hinter dem Reichstag, im Anschluß an das ehemalige Reichspräsidentenpalais (erhielt innerhalb der Verschönerungsmaßnahmen nach

-1984 eine Putzrustika, die die Mauer einerseits in die umliegenden Repräsentationsbauten integrieren, sie andererseits aber auch tarnen sollte)

16. Friedrichstraße

-zwei Elemente der Grenzmauer 75, von Thierry Noir bemalt und mit der Leuchtschrift „Tränenpalast“ versehen

17. Chausseestraße

-Hinterlandmauer auf 30 Metern Länge an der hinteren Grenze eines unbebauten Grundstücks , komplett mit Zufahrtstor, aber in schlechtem Zustand

-Betonabdruck der Grenzmauer entlang des Gehwegs

Eine Galerie mit weiteren Mauernbildern gibt es hier.


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Die Geschichte der Berliner Mauer bis 1990

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. West-Berlin umfasste den amerikanischen, britischen und französischen Sektor, Ost-Berlin den sowjetischen Sektor. Bis zum Bau der Mauer konnten sich die Berliner innerhalb ihrer Stadt frei bewegen, das heißt, aus den drei Westsektoren unbehelligt in den Ostsektor gelangen. Im übrigen Deutschland war die Reise zwischen der Ostzone und den Westzonen allerdings ab dem 29. Oktober 1946 nur noch mit einem 30 Tage gültigen Interzonenpass möglich. Überquerte man die Grenze von West nach Ost schloss sich an den Kontrollstreifen hinter einem 500 Meter breiten Schutzstreifen eine 5 Kilometer breite Sperrzone an. Wer im Sperrgebiet wohnte, erhielt keinen Interzonenpass und durfte keinen Besuch aus Westdeutschland erhalten. Besuche aus dem restlichen Gebiet der DDR waren nur nach entsprechender Voranmeldung möglich. Veranstaltungen in diesem Gebiet mussten angemeldet und bis 22.00 Uhr beendet werden, der Aufenthalt im Freien war nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang erlaubt.1

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Wisst Ihr noch?

Niemand möchte allein sein, wenn ein Krieg beginnt. Und niemand möchte zu dritt sein, wenn eine Träne fliesst. Doch an diesem Tag, dem 9. November 1989, da waren alle zusammen, da war niemand wirklich allein.

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Ich denke, die Leser werden das bisschen nicht all zu ernst gemeinten Zynismus vertragen (zum 9. November 1989, Nachtrag)

Es scheint Menschen zu geben, die glauben, jeder könne sich gut daran erinnern, was am 9. 11. 89 geschah. Ich nicht. Ich habe ein dunkles Bild im Kopf, wie ich mit meiner Mutter vor dem Fernseher sitze und den einst Getrennten zusehe, wie sie sich heulend in die Arme fallen.

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Der 9. November 2005!!!

Der 9. November 1989?!? Ein Datum, das ein Symbol geworden ist. Heute, am 9. November 2005, kann ich endlich mit meinen 23 Jahren meine Meinung dazu entwickeln und meine kleinen Ideen zu diesem Tag „dazugeben“. Ich möchte keine moralische Lehren, Urteile, Kommentare, Kritik über den Mauerfall schreiben, weil die Geschichte und die Zeit haben schon die Konsequenzen der Wende gezeigt und erklärt; sondern ich möchte einfach den Deutschen ein sehr interessant Buch empfehlen, zu dem es leider noch keine italienische Übersetzungen gibt ;-)…

Das Buch „Mauerspringer“ ist von Peter Schneider, einem Schriftsteller, der in West-Berlin während der Berliner Mauer lebte. Sein wesentliches Thema ist die Teilung Deutschlands und besonders die Mauer, die er täglich erlebte. Sein Erzählwerk „der Mauerspringer“ sammelt verschiedene Geschichten zum Thema „Berlin eine geteilte Stadt“ und betont die totale Sinnlosigkeit der Situation. Das Buch hat mir sehr gefallen, denn die Erzählungen bieten eine besondere und neugierige PERSPEKTIVE und Beobachtung des Alltagslebens während der Berliner Mauer. Besonders zu bemerken ist die Tatsache, dass der Autor tragische Ereignisse oder dramatische Abenteuer der Bewohner der DDR oder der BRD NICHT kommentiert, wie die meisten historischen Bücher… sondern Peter Schneider gibt dem Leser selbst die Aufgabe die Anekdoten, die merkwürdigen, seltsamen und komischen Geschichten der Protagonisten des Romans, zu interpretieren. Toll! Ich habe viel Spaß beim Lesen gehabt. Einige Beispiele? Die Stories bestehen aus den 5 Mauergeschichten, die alle relativ unverbunden sind, allerdings haben sie einen Zusammenhang zur Hauptgeschichte, schon allein durch das Thema: Die Suche nach einer eigenen Realität.

1. Die erste Geschichte handelt von Gerhard Schalter, einem Mann, der seine Geliebte aus Afrika erwartet und daher jeden Tag zum Flughafen in den Osten fährt. Eines Tages bleibt Schalter gleich ganz im Osten, um die Frau, die er liebt, die aber nie kommt, nicht zu verpassen.

2. Arnold Kabe ist mehr oder weniger die Hauptfigur von Schneider, weil er das Herz des Themas von Schneider darstellt: Er springt aus Langweile fünfzehn Mal von West nach Ost über die Mauer. Am Ende, springt er nicht mehr über die Mauer, sondern balanciert er auf ihr!!! Unglaublich, meiner Meinung nach!

3. Der Begriff des „Springens“ findet sich auch in der Erzählung der drei Kinogänger, Ostberliner Jugendliche, die die Mauer mehrmals überspringen, um sich in Westberlin Kinofilm anzusehen. Auch hier handeln sie nicht aus politischer Motivation, sondern aus Abenteuerlust!!!

Wie gesehen, lässt Schneider seine Figuren zwischen Ost und West pendeln und sie eigentlich nur paradoxal auf der Mauer zufrieden sein. Was bedeutet das? Natürlich nur eine Sache, meiner Meinung nach: Den Wunsch des Autors, sich wieder mit seinem Land, mit Ost- und Westdeutschland als Ganzes, zu identifizieren.

Schneider hat das Buch 1982 geschrieben hat. Der Mauerfall geschah 7 Jahre später. Bei Schneider spielte auch Angst eine Rolle und die Ungewissheit, ob es jemals dazu kommen würde… Denn: Von der Spaltung bis zum Wiedervereinigung eines geteilten Volkes, das eine einzige Sprache und eine einzige Tradition besitzt, führt ein langer Weg. In Peter Schneiders Roman wird die äußere und innere Mauer sehr detailliert beschrieben. Dieses Thema hat mich sehr fasziniert! Die äußere Mauer als realexistierende Grenze zwischen BRD und DDR, die innere Mauer als Begrenzung der Gedanken in den Köpfen der Deutschen. Sowohl der West- als auch der Ostdeutschen: Meine Frage dazu: „Ist dies heute noch so? Wie fühlt sich ein Ostdeutscher wenn er mit einem Westdeutschen ist? Spürt man Unterschiede?

Heute frage ich mich als Ausländerin: “Was passierte wirklich mit den Deutschen, als die reale Mauer weg war? Blieb eine Mauer in den Köpfen der Deutschen zurück? Gibt es sie heute noch?

Danke für eventuelle Antworten.

 

 

 

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Der 9. November 1989?!?

9. November 1989?!? Ein Datum, das ein Symbol geworden ist. Aber,… auch für eine Italienerin vom Gardasee? Tausende Mal hat man mich über meine persönliche Meinung über diesen Tag gefragt. Und tausende Mal habe ich auf dem Gymnasium, an der Uni in Modena, an der Humboldt-Universität in Berlin mit Freunden, mit Lehrern und mit Dozenten versucht, nicht zu idiotisch zu antworten… Heute, den 9.

Erinnerungen an Mauer und Mauerfall: Drei Menschen, drei Wege, drei Schicksale

3. November 2005 – Treffen von Freunden. Jürgen und seine Frau Ludmila empfangen den guten Freund Gunnar bei sich zu Hause. Die Gespräche und Diskussionen, die diese Menschen unter sich führen sind immer sinnvoll und lebensnah.

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