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„Berlinow“ zum Letzten: I had the time of my life! Was ich vermissen werde und was ich nicht vermissen werde

Nun ist es soweit. Mein letzter Eintrag an euch aus Berlin. Die Zeit im neuen Jahr war sehr erfüllt. Es war wirklich nie langweilig. In Berlin ging es noch einmal drunter und drüber. Jedes Wochenende Party.

Erasmus in Berlin: Harsche Umgangsweisen, ein paar nette Berliner und internationale Parties mit aller Welt

Liebe Weihnachtsmänner und –frauen, Es geht mir sehr gut hier. Ich habe meine mittlere Krise überwunden. Bin wieder gesund. Heimweh habe ich aber immer noch ein wenig. In den letzten Wochen habe ich viel unternommen und habe vor meinem Heimflug auch noch so einiges vor.

Studieren in Berlin: Zum Thema Fleiß und Humor

Heute hatte, respektive hätte, ich mein erstes Referat gehabt. Meine Referatspartnerin hatte genau eine Folie mit Inhalt dazu beigetragen und eine ohne. Beeindruckend war allerdings, dass genau heute ihre Stimme mehr oder weniger versagte und daher eine andere Gruppe den Vortrag machen musste.

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Studieren in Italien: Nicht nur piano, piano und immer mit der Ruhe

Morgens um fünf geht es am 2. März mit Czech Airlines zuerst von Berlin nach Prag und dann weiter nach Rom. „Das ist die billigste Variante“, meint Jana im Reisebüro. Von Rom dann noch drei Stunden mit dem Zug und ich sollte gegen 23 Uhr ankommen. Doch unterwegs in Italien wartet schon eine Überraschung auf mich, denn es gibt Streik und das heißt: Es gibt keinen Anschlusszug. Streik, „Sciopero“, das ist also ein Wort, das man sich merken muss. Doch Streik in Italien ist mit Streik in Deutschland nicht zu vergleichen. Irgendwie funktioniert trotzdem alles. Und nachdem einige Mitreisende mächtig Krach machen, bucht der Stationschef zwei Taxis für die übrig gebliebenen 8 Reisenden. Die anderen ca. 20 Personen, die ebenfalls in unsere Richtung wollten, sind offenbar schon anders weitergekommen.

Im Taxi sitzen wir zu fünft. Der Fahrer, zwei Frauen, ein aufgeweckter 13-jähriger und ich. Und wie sie sich alle so offen und munter miteinander unterhalten, fühle ich, jetzt bin ich in Italien angekommen. Zwei Stunden sind wir unterwegs, viele Themen werden abgehandelt. Das Fernsehen und die Politiker, vor allem Berlusconi, bekommen ihr Fett weg, soviel verstehe ich.

Zufälligerweise lebte eine der Frauen lange Zeit in Deutschland und spricht dann auch noch perfekt deutsch. Ich nutze die Gelegenheit, um mir einiges erklären zu lassen. „Sagen denn alle Du zueinander in Italien?“ „Nicht alle, aber auf dem Lande die meisten.“ Zumindest sind der Taxifahrer und der 13jährige Junge auf „Du und Du“. Die andere Frau versucht etwas ihr Englisch mit mir und freut sich, dass ich sie verstehe. Leider spricht sie kein deutsch, sagt sie, aber sie gibt mir die Telefonnummer von einem Mädchen, „multo carina” – sehr hübsch, das ebenfalls in Macerata studiert und mir bestimmt irgendwie weiterhelfen kann.

In Macerata angekommen, treffe ich gleich zwei Erasmusstudenten aus England, die mich durch die kleinen Gassen zur Herberge bringen. Dort kann ich wohnen bleiben, wenn ich will, doch ich bevorzuge es, eine Unterkunft mit ein paar Italienern zu suchen.

Keine langweilige WG

Im Erasmusbüro am nächsten Tag geht es ziemlich streng zu und ich denke, „das ist doch gar nicht Italien...“. Wie sich herausstellt, kommt die Beauftragte auch aus Frankreich, was die Verständigung leichter macht, denn ich habe italienisch gerade erst angefangen.

Da treffe ich auch Andrea, in Italien ein Männername, der demnächst nach Nancy will und mir gerne hilft bei der WG-Suche. Nachdem wir alle Aushänge an der Uni durchstöbert und eine ganze Menge Anrufe getätigt haben, treffen wir Laura mit einem Gipsarm auf der Straße. Sie hatte vor der Disko mit ihrer Vespa einen kleinen Unfall, erzählt sie und nimmt uns mit auf einen Espresso zu sich nach Hause. Die Mitbewohner Giovanna und Francesca dort sind auch gleich einverstanden, dass ich bei ihnen einziehe. Zag, eigentlich Alessandro, ist gerade nicht da. Mit ihm soll ich in einem Zimmer wohnen. Ob er denn nicht gefragt werden sollte, meine ich, und die Mädels meinen, das geht schon klar. Anscheinend haben sie das Sagen dort. Also hole ich meine Sachen aus der Herberge und ziehe ein. Wie sich herausstellt, ist Zag auch nur 1-2 mal pro Woche da / wo er sonst schläft, weiß ich nicht. Auch Francesca bleibt öfters mal eine Woche zu Hause bei den Eltern, um zu lernen.

Eigentlich brauche ich jetzt noch eine offizielle Aufenthaltserlaubnis, die „Carta di Soggiorno“ und einen „Code Fiscale“, aber nachdem ich zur Behörde gehe und sich dort etwa 100 Leute an zwei Schaltern drängeln, denke ich, darauf kann ich vielleicht verzichten. Da ich ja jetzt in einer WG wohne, muss ich die Bescheinigung ja auch keinem Vermieter vorlegen und das Mobiltelefon habe ich mit dem „Code Fiscale“ von Andrea gekauft. Also, was soll’s.

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