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Frauenhilfeprojekt Bäckerei – Internationale Perspektive

Frauenhilfeprojekt Bäckerei

Wir sind nach unserem Vormittagskurs mit der Lehrerin Neda zu einem Frauenprojekt, dass von der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) finanziert wurde. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind es Frauen, die von Pakistan kamen oder denen die Rückkehr nach Kabul aus Pakistan mit diesem Projekt schmackhaft gemacht worden war. Es ist ein Ausbildungsprojekt für Bäckerei gewesen, eine Art von Keksen haben sie gemacht, allerdings viel zu wenig, als dass sich ein Verkauf gelohnt hätte. Auch gab es für diese Kekse sowieso schon eine Unmenge von Läden in der Stadt.

Wir sind nach unserem Vormittagskurs mit der Lehrerin Neda zu einem Frauenprojekt, dass von der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) finanziert wurde. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind es Frauen, die von Pakistan kamen oder denen die Rückkehr nach Kabul aus Pakistan mit diesem Projekt schmackhaft gemacht worden war. Es ist ein Ausbildungsprojekt für Bäckerei gewesen, eine Art von Keksen haben sie gemacht, allerdings viel zu wenig, als dass sich ein Verkauf gelohnt hätte. Auch gab es für diese Kekse sowieso schon eine Unmenge von Läden in der Stadt. Zusätzlich bekamen sie noch Unterricht in Dari und Rechnen. Die Frauen, zumeist Witwen mit manchmal fünf bis sieben Kindern, bekamen 10 Dollar im Monat. Die Maßnahme läuft 6 Monate (jetzt noch 2 Monate), und am Ende bekommen die Frauen noch mal 30 Dollar. Das ist eigentlich nur zum direkten Sterben zu viel. Wir waren in dem Klassenraum und zum Teil redeten die Frauen alle durcheinander. Mich hatten sie mehrfach gebeten, auch mit in den Raum zu kommen, aber zuerst wollte ich nicht. Ich wusste nicht, wohin ich dann gucken sollte. Später bin ich dann auch mit hinein und setzte mich (wie die Frauen) auf den Boden. Die anderen von uns standen, bis auf Klaus, der draußen blieb. Es gab zwei Klassenräume, jeweils 40 Frauen in einem, je cirka 2,5 x 4 Meter groß. Lehmräume, Holzbalkendecke. Die Frauen erzählten zum Beispiel: “Ich habe 5 Kinder, die Taliban haben meinen Mann so geschlagen, dass er nicht mehr arbeiten kann.” – “ Wir waren beim Essen und dann kamen die Taliban und haben meinen Mann mitgenommen.” Sie meinten 10 Dollar sei zwar besser als gar nichts und schlimmer wäre es, dass die Maßnahme bald aufhören würde. Aber die 10 Dollar würden auch nicht für Waschmittel oder Kleidung reichen, eigentlich nur für Essen und Miete. Besonders, dass nun der Winter vor der Tür steht, würde sie bedrücken. Wenn es wenigstens einmal eine Hilfe für den Winter gäbe. Sie kamen aus verschiedenen Stadtteilen, hatten zum Teil einen Fußweg von einer Stunde. Es gab öfter kein Krankenhaus in ihrer Nähe. Sie luden uns ein, zu ihnen nach Hause zu kommen, um zu sehen, wie sie wohnen. Die Frauen von uns gingen dann auch mit zu einer Witwe, die in der Nähe wohnte. Sie erzählten mir später, da sei ein Raum gewesen, gemietet für ungefähr die Hälfte des Monatslohnes. In einer Ecke lag der Vater der Frau auf dem blanken Boden unter einer Decke und dämmerte vor sich hin. Eine der Frauen erzählte noch, dass sie aus Pakistan kam. Aber hier sei es auch nicht besser. In Pakistan hätten sie wenigstens keinen Tschadori tragen müssen. Die Frauen waren etwa 15-40 Jahre alt, trugen in den Räumen keinen Tschadori, ein paar Frauen hielten sich das Kopftuch vor den Mund, als ich den Raum betrat. Zum Teil ist es für sie sehr schwierig, zu dieser Ausbildungsstätte zu kommen, weil sie niemanden haben, der dann auf ihre Kinder aufpasst. Normalerweise sind sie bis 12 Uhr dort und eine Frau erzählte: Meine Älteste ist erst sieben und muss so lange dann auf die Geschwister aufpassen. Gemeinsam können sie auch nicht die Kinder betreuen, weil es zu viele Kinder sind und ihre Wohnungen zu klein sind. In den Mietwohnungen können nicht so viele Kinder sein. Sie würden sich gerne selbständig machen, überlegten ob mit Nähen, Seifenherstellung oder eben Keksproduktion, aber sie hatten ja sowieso kein Startkapital. Auf unsere Frage, wie viel Geld sie bräuchten, um mit 10 Frauen eine eigene Bäckerei aufzumachen, konnten sie nicht antworten. Sie überlegten, wie viel Geld sie für sich und ihre Kinder bräuchten, für Miete und Heizmaterial und blieben dabei stecken. Dann schenkten sie uns etwas von ihrem Gebäck und zeigten uns noch die Räume für die Teigzubereitung und den Ofenraum, alle ebenerdig um einen kleinen Innenhof. Wir waren mit zwei sehr jungen, sehr selbstbewussten Frauen dort, die wohl von einer anderen Organisation aus (‚care’?) dieses Projekt mitbetreuten. Zusätzlich gab es einen Mann, der dieses Projekt nach außen vertrat und zwei, drei Frauen, die eher auch leitende Funktion hatten, wie auch immer. Zusätzlich waren noch zwei Männer, wohl Wächter, dort und zwei sehr geschminkte, sehr junge Lehrerinnen. Der Mann meinte: Die EU hätte damit gedroht, wenn die Regierung in Kabul die Frauenrechte nicht mehr beachten würde, würde sie ihre Unterstützung einstellen. Aber wenn die Frauen in Afghanistan nicht unterstützt würden, dann würde es noch schlimmer werden mit der Frauenunterdrückung. Deutlich war auch zu spüren, dass die Frauen sich Hoffnungen machten, dass wir ihnen irgendwie helfen könnten. Als Astrid, Neda und Martina die Witwe besuchten, machte ich noch ein paar Fotos von der Umgebung. Ein junger Mann sprach mich auf Englisch an. Wir redeten eine Weile miteinander und bald kam schon die Frage: Ob ich nicht Arbeit für ihn hätte? Später meinte Klaus: Ist Euch nicht aufgefallen, wie sauber das alles war? Die Frauen passen doch überhaupt nicht in die Backstube, auch in zwei Gruppen nicht. Die Bleche sahen aus wie neu, jedenfalls nicht wie nach 4-monatiger Benutzung. Es gab keinerlei Backmaterial dort, kein Mehl, kein Zucker, nichts. Auch keine Tafel, Schreibmaterial und nur unter zwei Tischen ein paar Backformen. Astrid meinte noch, die Bleche seien auch größer als die vier Ofenklappen gewesen. Klaus erzählte uns auf der Rückfahrt von einem ehemals schwedischen Projekt in Uganda. 400 Kinder, zum Großteil Waisen, lebten in 2 Schlafräumen, drei Betten übereinander und so dicht aneinander, dass die Kinder zum hintersten Bett über alle anderen Betten krabbeln mussten. Es gab einen großen Topf für alle 400 Kinder in der Küche, in dem meist ein Maisbrei gekocht wurde. Für die ‚Mechanikerausbildung’ gab es ein einziges Schrottauto, für die ‚Schreinerausbildung’ eine einzige Werkbank. In den Ferien wurden die Kinder an Familien zum Arbeiten verliehen, die Mädchen kamen öfter schwanger wieder zurück. Geleitet wurde das Projekt von ‚Vater Eisak’, der in einer schönen Wohnung wohnte, mit für ugandische Verhältnisse sehr hohem Komfort. Klaus erzählte auch einmal, dass sie in Uganda irgendwann alle Entwicklungsdienst-Autos in die Hauptstadt bringen mussten. Dort wurden diese Autos dringend gebraucht (allerdings nicht vom Entwicklungsdienst), um die Slums um Kampala weit ins Umland abzutransportieren, weil ein Besuch der Queen bevorstand. Dienstag, 12. November