Gesellschaft

„Der Fremde“ von Albert Camus

Die Handlung des Romans ist relativ einfach. Es geht im Wesentlichen um zwei Ereignisse - den Tod der Mutter Meursaults und den Mord an einem Araber. In dem Roman geht es aber nicht in erster Linie darum, was der Protagonist macht, sondern wie er es macht. Was den jungen Büroangestellten vor allem auszeichnet und ihn gegenüber anderen entfremdet, ist seine ungewöhnliche Gleichgültigkeit - gegenüber Dingen, Menschen, Ereignissen und sogar gegenüber seinem eigenem Schicksal. Die Gleichgültigkeit von Meursault ist ein schockierendes Element des Romans.

Kuba: Im Nabel der Revolution in Santa Clara

Einige Wochen sind vergangen, seit ich in meinem Studienort Santa Clara angekommen bin. Diese erste Zeit war durchzogen von frustrierenden und nervigen Erlebnissen und einigen kleinen Lichtblicken. So ziemlich alles, was an Warnungen in meinem studentischen Kuba-Führer stand, hat sich bewahrheitet.

Nationale Narrative und Globalisierungskritiker in Australien

In diesem Beitrag geht es um die in Australien kanonischen Nationalmythen, die ihrem ursprünglichen Gehalt nach antiautoritär und aufrührerisch sind, Ned Kelly, die Eureka Stockade und andere.[1] Es soll untersucht werden, inwieweit diese Narrative heute noch wie und für wen wirksam sind; mit speziellem Augenmerk auf den Grad des Einflusses, den sie auf heutige politische Aktivisten haben, die alternative Visionen zum australischen politischen und ökonomischen Mainstream vertreten und sich vor allem im Jahr 2000 gegen weitere Angleichung des Landes an die Vorgaben internationaler Wirtschaftsorganisationen wie der Welthandelsorganisation (WTO) gerichtet haben.

Insbesondere geht es hier darum herauszufinden, wie das Verhältnis australischer Globalisierungskritiker zu Ned Kelly und zu Eureka aussieht. Um dieser Frage nachzugehen, habe ich vier Monate in Melbourne zur Feldforschung und Abfassung dieser Arbeit genutzt. Sie basieren auf meinen Erwägungen und der Rezeption der Literatur, wie ich sie hier in Australien vorgefunden habe. Von den Antworten und Ergebnissen, wie ich sie im Weiteren entwickeln werde, erhoffe ich mir eine Erweiterung unseres Verständnisses der australischen Gesellschaft in unserer Zeit. Australien ist eine junge Nation. Fragen der kulturellen Identität, der Demokratie und des Umgangs mit Minderheiten berühren Kernsensibilitäten der Bevölkerung und bestimmen täglich neu den Gegenstand der öffentlichen Debatte. Wie ich zeigen werde, ist die Interpretation der Vergangenheit und ihre Nutzbarmachung für aktuelle politische Machtfragen ein umstrittenes Feld. Aber gerade deshalb erscheint mir ein eingehender Blick darauf besonders viel versprechend für unseren Erkenntnisgewinn. Im Letzten geht es darum, wie sich Australier selbst sehen, und was sie antreibt, wenn sie sich am Gemeinwesen beteiligen.

Dem Hauptanliegen dieses Beitrags liegt eine Beobachtung zugrunde, die zunächst einmal jeder Besucher des Landes ohne größere Umstände machen kann. Zum Kanon dessen, was man wissen muss, um Australier zu sein, zum australischen kulturellen Kapital, gehören Geschichten und historische Begebenheiten, die ihrem ursprünglichen Gehalt nach nicht staatstragend sind. Es sind Erzählungen von „underdogs“, die gegen gewaltige Übermacht kämpfen und untergehen. Die bekannteste populär-historische Figur im Land ist Ned Kelly, ein Räuber und Pferdedieb, der angeblich den Reichen nahm, um es den Armen zu geben, Polizisten erschoss und zu seinem legendären letzten Gefecht in einem Stahlpanzer erschien, und schließlich erhängt wurde. Dieses Jahr wird der 150. Jahrestag der sog. „Eureka Stockade“ begangen, dem Aufstand von Goldsuchern gegen ein von den britischen Kolonialautoritäten eingeführten Lizenzsystems, der in weitreichenden demokratischen Forderungen mündete – nur um in einem halbstündigen Gefecht niedergeschlagen zu werden. Das Lied Waltzing Matilda hat mittlerweile den Status einer semi-offiziellen zweiten Nationalhymne erreicht. Es wird zu großen öffentlichen Anlässen, wie etwa Sportereignissen oder politischen Versammlungen, gleich nach der offiziellen Hymne intoniert. Der Text erzählt die Geschichte eines Schafdiebes im australischen Busch, der dem Zugriff durch die Polizei durch seinen Selbstmord entkommt. Im Refrain werden alle Zuhörer aufgefordert, ihm in seinen diebischen Aktivitäten nachzueifern.

Der Konflikt zwischen Kapital und Globalisierungskritikern in Australien und die Ebene der Selbstsicht: Gramsci und Hegemonie

Inwieweit wird der ökonomische Konflikt zwischen den dem globalen Kapital verpflichteten Institutionen und den globalisierungskritischen Aktivisten in Australien auf der Ebene der nationalen und kulturellen Selbstsicht ausgefochten? Eine hilfreiche theoretische Plattform zur Erklärung der Zusammenhänge zwischen dem externen und dem intra-persönlichen Spannungsverhältnis liefert das Hegemoniekonzept von Antonio Gramsci, deren Applikation im Folgenden umrissen werden soll.

Der Kampf gegen Softwarepatente – Open Source im Auge des Sturms

Die Diskussion um Sofwarepatente auf europäischer Ebene im Jahr 2005: Am Brüsseler Richtlinienprojekt über die "Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen" scheiden sich die Geister: Konzerne in der Computer- und Telekommunikationsindustrie erhoffen sich davon eine Harmonisierung der Rechtssituation innerhalb der EU und eine Sanktionierung der bereits recht weitgehenden Praxis des Europäischen Patentamtes, Überraschend starke Lobbygruppen aus dem Mittelstand warnen dagegen vor einer Flut an "Trivialpatenten" nach US-Muster und schwerwiegenden Auswirkungen auf den Wettbewerb allgemein sowie auf die Entwicklung freier Software im Besonderen. Das Gesetzgebungsverfahren gestaltet sich daher als rechtlicher Krimi mit Klassenkämpfen, Ränkespielen und zahlreichen Verzögerung. Auch im dritten Jahr nach der Veröffentlichung des ersten Richtlinienvorschlags zeichnet sich noch kein Kompromiss zwischen Kommission, Rat und Parlament ab. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Frontlinien.

Kulturtechnik Software: Warum Organisationen, die mit Entwicklungsländern kommunizieren, Freie Software einsetzen müssen

Lesen, Schreiben, Rechnen und Ackerbau haben, wie alle Kulturtechniken, einen entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Perspektiven eines Landes. Auch Software, als Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts, muss allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen (vgl. Greve 2003). Deshalb tragen Organisationen, welche mit Entwicklungsländern kommunizieren, eine besondere Verantwortung bei ihrer eigenen Softwarewahl.

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