Einkaufen in Kabul: Handwerkszeug und keine Lust zum Handeln

Mit Mir Afzal gehe ich zusammen Handwerkszeug für das Gästehaus einkaufen, weil wir nicht mal einen Schraubenzieher hatten. Ein ganz neuer Stadtteil und ich bin mal wieder erstaunt, was es in diesen winzigen Läden so alles zu kaufen gibt. Ich habe keinen einzigen Laden mit mehr als 60 qm gesehen und mit um die 50 qm auch nur zwei oder drei. Die meisten haben höchstens 15 qm und sind oft voll gestopft mit manchmal unglaublich vielen Dingen. Einmal gehe ich mit Astrid einkaufen, bin ein bisschen kränklich und habe keine große Lust zum Handeln, will einfach nur meine Sachen kaufen. Ein junger Afghane spricht mich auf Englisch an: “You paid too much. They said: Oh please, come often!” und später ruft er mir noch zu: ”You need a translater!” womit er wohl sich selbst meint. Aber ich bezweifele, dass das dann billiger für mich würde, unterm Strich. Klar habe ich bei manchen mehr bezahlt, aber nicht bei allen, denn viele sagen faire Preise. Später beobachte ich, dass die Preise am niedrigsten sind, wenn ich alleine einkaufe. Bin ich mit einem anderen Europäer oder gar mit einem Übersetzer unterwegs, dann schnellen die Preise in die Höhe. Und eigentlich finde ich es auch richtig, bei den Reichen mehr zu verlangen, als bei den Armen. Mir als Schreiner ist es oft genug anders herum passiert: Richtig Reiche wollten komplizierte Sachen von mir, haben den Preis noch gedrückt, hinterher hat es viel länger gedauert, als geplant und heraus kam ein winziger Stundenlohn. Donnerstag 28. November

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