Ramasan in Kabul, eine Schreinerei in der Nähe und ein Gespräch mit unserem Wächter Mohammad über kulturelle Unterschiede

Zum Glück habe ich mit der kalten Seite des Hauses vorlieb genommen. Das ist zwar wirklich kalt, aber im Augenblick, während Ramasan (Ramadan), tönt jede zweite Nacht der Lautsprecher der nahen Moschee. Die Hazara sind Schiiten und die nehmen es mit dem Koran vorlesen noch genauer als die Sunniten. Und diese Moschee ist eben auf der Seite des Hauses, wo die anderen ihr Zimmer haben und nachmittags die Sonne drauf scheint. Bei uns in der Nähe ist eine größere Schreinerei, die zum Teil für die GTZ oder andere Organisationen Möbel bauen. Eine Woche vorher hatte ich mir die angesehen. Dort kauften wir nun gedrechselte Kleiderständer für unsere Zimmer. Einer zerbrach allerdings, als ich ihn etwas fester anfasste. Aber sie haben ihn anstandslos eingetauscht. Die Wächter essen übrigens gemeinsam aus einer Schüssel, wenn sie kochen. Sie nehmen dann ein Brot in die Hand und schaufeln damit den Reis und so weiter. Als ich mal mit aß, gaben sie mir selbstverständlich eine Gabel und einen eigenen Teller. Mohammad erzählte mir (als wir über verschiedene Kulturen redeten), dass er eine Weile im Iran war. Dort ist er Bus gefahren. In Afghanistan haben die Busse offene Türen und du kannst jederzeit aussteigen (bzw. abspringen). Im Iran sind die Türen zu und die Fahrer halten auch nicht an, außer an markierten Haltestellen. Prompt sei er viel zu weit gefahren und musste ein weites Stück zu Fuß zurücklaufen. Er hätte es kaum fassen können, dass der Fahrer einfach nicht anhielt, obwohl er genau an der Stelle vorbeifuhr, wo er hin musste. Das nächste Mal sei er gleich zu Fuß gegangen. Ihm sei es sehr schwer gefallen im Iran, obwohl sie dort die gleiche Sprache sprechen. Donnerstag 28. November

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