Die Reste des großen Essens und das liebe Geld

Morgens kam erst mein Co-Teacher nicht. Er kauft seit über einer Woche ein bisschen Material ein. Zwar hatte ich mit ihm eine Liste des benötigten Materials (Holz und Beschläge) erstellt und er sollte sagen (schreiben und lesen kann er ja nicht, oder nur sehr wenig), welches Holz wir brauchen. Das, weil ich ja nicht weiß, was in Kabul möglich ist zu bekommen und auch die Holzarten nicht kenne.

Er hat dann meinem Übersetzer für alles das beste Holz diktiert. So gutes Holz, dass er es in Kabul mehrere Tage gesucht hat, also nicht finden konnte. Die Finanzleute haben mich dann gefragt, was ich denn da für ein Holz bestellt hätte. Vor allem sei es unglaublich teuer – 2000 Dollar hätten nicht gereicht. Na ja, er ist also immer noch auf der Suche. Er hatte wohl auch Angst, mir mit schlechtem Holz unter die Augen zu treten.

Dann sind wir wieder mit 10 Leuten tanken gefahren und einkaufen in der Stadt, so dass wir erst um 11,30 Uhr (ich völlig abgenervt) in Hezarak ankamen. Den ganzen Tag über konnte ich kaum mit meinen Studenten arbeiten, weil ich irgendwelchen Formalkram mit einzelnen zu erledigen hatte. Außerdem wollte ich wissen, ob wirklich einer der Fahrer einem meiner Schüler nebenbei den Auftrag gegeben hat, einen Stuhl zu bauen.

Später bin ich dann zu den beiden Köchen (mit einem sehr unwilligen Übersetzer, der wie immer eine halbe Stunde früher gehen will, als im Arbeitsvertrag festgeschrieben). Ich wollte wissen, wo das ganze restliche Essen geblieben ist, das ich für das große Fest die Woche zuvor eingekauft hatte. Wie, da wäre nichts übrig, was ich denn meine. Na, z.B. die Bonbons, drei Tüten immerhin, die ich beim Essen vermisste. Oh, pardon, die wären bei ihm im Schrank, die hat er beim Festessen vergessen. Gerade vor 10 Minuten hat er gedacht, er müsse die mir mal zurückgeben (Aber ein bitterböses Gesicht hat er dabei).

Was denn noch? Die Gurken, die ich für einen Salat eingekauft hätte und die Tomaten. Einen Salat hätten sie nicht machen können, weil sie nicht genug Platten hatten für Salate. Und die Gurken hätte es doch abends gegeben (stimmt auch, etwa 5 von den 30 gekauften).

Was denn noch? Auf meine Antwort, dass es auch nur einen Bruchteil der Kekse gegeben hätte, schafft er es irgendwie, nicht zu antworten, zumal auch der Übersetzer schon halb im Gehen ist. Wo denn eigentlich die restlichen Äpfel wären? Ja, die Äpfel, also die hätten sie auch gerne kleingeschnitten und auf Platten gelegt, aber, wie gesagt, sie hatten halt nicht genug Platten. Und wo sind nun die restlichen Äpfel? Also, die lagen hier oben auf dem Schrank. Die haben wohl die Wächter so nach und nach aufgegessen.

Was denn noch? Ich meine, vielleicht fällt ihm selbst noch etwas ein. Schließlich hat er mehr Überblick als ich. Wenn ihm noch etwas einfällt, kann er es mir auch gerne noch morgen früh sagen, meine ich. Ich würde auch deshalb mit ihm reden wollen, damit nichts Böses, Blödes zwischen uns bleibt. Einfach um zu wissen, was passiert ist.

Etwa zwanzig Minuten später kommt er zu mir und sagt: Also, gerade sei ihm eingefallen, dass noch 500 Afghani übrig waren von den 50 Dollar, die ich ihm gegeben habe. Die hat er Ingenieur Samea gegeben.

Spät am Abend will ich meinen Tee holen, da sitzt Samea bei den Köchen. Ja, meint er, die Lehrlinge hätten sich doch die ganze Zeit beschwert, dass es zuwenig Tassen gäbe, nun hätten sie achtzehn Tassen gekauft (tatsächlich hatten sie sich beschwert, nachdem sie mehrfach zwölf Tassen für achtzehn Leute hingestellt bekamen.). „Dreißig“, sage ich, „Dreißig haben sie gekauft“(ich hatte sie während der Fahrt darüber reden hören). Nein, achtzehn Tassen. Das wäre für meinen Workshop doch gut. „Ja, toll“, sage ich. Etwas später dämmert es mir und ich frage nach: „Von welchem Geld sind die Tassen denn bezahlt worden?“

„Na ja, von den 500 Afghani, die noch vom Fest übrig waren.“ „Ne“, sag ich, „die bezahle ich aber nicht aus meiner Tasche, diese Tassen, die sollen von dem Geld für den gesamten Workshop bezahlt werden.“

Gut, kein Problem, dann muss das eben davon bezahlt werden. Ich soll mit dem Einkäufer Omera Khan darüber reden. Nach einer Weile weiteren Nachdenkens meine ich: „Wieso soll ich da eigentlich mit Omera Khan darüber reden, das ist nicht meine Aufgabe. Ich werde Said Machmat bitten, das zu regeln.“

Samea meinte dann plötzlich, ich hätte doch gesehen, die Liste, letzte Woche, wo sie Geld gesammelt hätten, für die Beerdigung von der Tochter des einen NGE- Mitarbeiters. Da hätte bei mir ja 400 und 500 Afghani gestanden. Das wäre das Geld, das Feuerholzgeld. Ich bin so perplex, dass ich zuerst nichts sagen kann, dann stammele ich: „Ja, ich habe 500 Afghani dazugegeben, aber nicht 900!“ Also gut, sagt er, das war ja nur freier Wille gewesen. Gerade ich als Fremder müsste ja nun wirklich nichts bezahlen.

Doch, wiederspreche ich, ich hätte 500 Afghani gegeben und das sei auch okay (immerhin hatte nur noch ein anderer so viel gegeben). Aber ich wolle nicht 900 Afghani geben. Gut, also die 400 Afghani könne ich wiederhaben. Die würden sie dann woanders sammeln, überhaupt kein Problem. Dann müssten halt alle noch mal Geld bezahlen, er hätte nur gedacht, weil der Atoi so ein armer Mann sei, ich hätte das gern gegeben. Das sei ja auch nicht viel Geld, nichts sei das (ca. 9,- Euro).

Außerdem, füge ich hinzu, hätte er doch zuvor gesagt, dass von dem übrig gebliebenen Festgeld die Tassen gekauft worden wären. Und es seien doch 500 gewesen, nicht 400. „Die Tassen haben wir von Deinem Feuerholzgeld bezahlt, den 400 Afghani“, erklärt mir Samea.

„Wie“, frage ich, „meinem Feuerholzgeld? 400 Afghani? Also, letzte Woche habe ich Ing. Mir Shah 600 Afghani für Feuerholz und so weiter gegeben und nicht 400 Afghani und auch nicht für diese Tassen!“

Nein, das waren 400 Afghani. Und 400 Afghani vom Fest. 800 Afghani insgesamt. Aber ich könnte die 400 Afghani selbstverständlich wiederhaben. Da müssten halt alle nachzahlen, kein Problem. Ja, sage ich, bevor sie mein Geld ausgeben, möchte ich gerne gefragt werden.

Ich war nach diesem Gespräch mit den Nerven völlig fertig. Ich glaube, mich hat an dieser ganzen Geschichte am meisten mitgenommen, dass es ausgerechnet Samea war, mit dem mir das passierte. Mein ganzes Gefühl sagte mir, dass ich ihm vertrauen kann. Samea hatte mir sehr viel für das Fest geholfen, den Einkauf machen, die ganze Vorbereitung usw. Und er wollte partout nichts dafür. Wenn ich ihm was schenken würde, das wäre ein hoher Preis für ihn, hatte er gesagt, höher als wenn er es selbst kaufen würde.

Und meine ganze deutsche Sozialisation sagte mir nun, dass ich ihm überhaupt nicht vertrauen kann. Das war wie ein Beilschlag, der mein Hirn spaltet. In dem Moment hatte ich das Gefühl, die klauen und unterschlagen alle. Und meine Lust, hier zu arbeiten, war auch völlig verschwunden.

26. Januar

Das Zentralgefängnis von Kabul

Arnold holt mich am Donnerstag mit zwei Autos von Hezarak ab. Wie immer hat er wenig Zeit, holt mich schon vormittags ab und will auch kaum warten. Ich schließe also meinen Workshop, schicke alle Leute nach Hause, suche in aller Hektik meine Sachen zusammen und los geht’s. Auf dem Rückweg fährt Arnold noch zu dem alten Zentralgefängnis von Afghanistan. Er will sehen, ob da wirklich gebaut wird, wie ihm gesagt wurde.

Zuvor hatte er den Auftrag erhalten, für das im Moment benutzte Gefängnis in Kabul einen Sanierungsplan zu erstellen. Arnold wollte sich nun informieren, ob dieser Knast nach der Renovierung auch als Knast benutzt wird oder nicht. Ein paar Wochen vorher hatte das deutsche Technische Hilfswerk (THW) eine soziale Einrichtung (eine Schule, einen Kindergarten?) wieder aufgebaut und danach hat es einfach die Armee beschlagnahmt.

Er hatte also einige Telefonate hinter sich, um herauszubekommen, ob das alte Zentralgefängnis (außerhalb Kabuls) wieder hergerichtet wird. Außerdem hatte er sich den jetzt benutzten Knast angesehen: 500 männliche Gefangene, 18 Frauen, für alle zusammen 8 Toiletten und keine einzige Waschgelegenheit, weder für sich selbst noch für ihre Kleidung. Insgesamt 1000 qm “Wohn”fläche. Arnold meinte zu mir: In Deutschland würde das schon gegen die Tierschutzbestimmungen verstoßen. Klar, dass etwas daran gebaut werden muss, wenn es weiterhin Knast bleiben soll. Soll es aber gar nicht. Das alte Zentralgefängnis wird tatsächlich gerade renoviert, demnächst soll es bezogen werden. Also wartete doch wieder die Armee auf das dann leer werdende jetzige Gefängnis.

Wir kommen ohne Ankündigung zu dieser riesigen Festung. Ich frage einen Soldaten, ob ich Bilder machen darf. Ich darf. Und wir werden problemlos hineingelassen. Die Bauwerke sind mit einer doppelten, 4-5 m hohen Mauer umgeben, etwa 1 km im Quadrat, zwischen den Mauern sind etwa 20 Meter. Auf dem ersten Torbau sind Flakgeschütze. Wir werden zu einem zerschossenen Bauwerk geführt, dem ältesten Teil, ein Sechseck wohl, aus sechs Dreiecken mit jeweils eigenem Innenhof. So ziemlich überall wo wir laufen, laufen wir vermutlich über Massengräber. In der Mujaheddin- und der Taliban- Zeit wurde an diesem Gefängnis gar nichts mehr renoviert, es war nur noch Erschießungs- und wahrscheinlich Folterstätte. Wer dorthin gebracht wurde, kam nicht mehr zurück.

Durch schaurige Betongänge werden wir in ein helles, lichtes Arbeitszimmer geführt, das ich auch fotografieren darf. Danach ist es mir leider verboten, weiter zu fotografieren. Uns sitzt der Chef des Gefängnisses gegenüber, der uns persönlich dann den gesamten Komplex zeigt. Im alten Komplex zeigt er uns einen Gang mit Einzelzellen, je etwa 2 x 2 Meter groß, zum Gang hin nur mit Eisenstäben. In einer Zelle sehe ich eine farbenreiche Wandmalerei.

Eine Fabrikhalle gibt es, wo früher wohl alles Mögliche produziert wurde, jetzt aber nur noch Beton übrig ist. Dann zeigt er uns einen etwa 20 mal 60 Meter großen Raum, in der Mitte zwei riesige Käfige, rings herum ein Gang für die Wärter: Großgruppenzellen. Der Innenhof erinnert mich an deutsche Knäste, es gibt ein Volleyballnetz und ein paar andere Turngeräte. Hier würde auch der Besuch der Angehörigen stattfinden. Graue Betonwände, fünf Stockwerke hoch, voller vergitterter Fensterlöcher.

Wie viel denn in diesem Knast untergebracht werden können? fragt Arnold. Was der kleinste Staat in Europa wäre, „Finnland?“ wird er zurückgefragt. Nein, Vatikanstadt, Liechtenstein, Monaco. Gut, also ganz Monaco passt hier rein, 40.000 meint der Gefängnisleiter.

Dann gehen wir zu dem neueren Teil. Es sind längliche Blöcke. Als die Russen hier gewesen sind, wäre der alte Komplex genutzt worden. Jetzt, wo wir hier seien, würden die neueren Blöcke benutzt, meint er. Stolz zeigt er uns Zentralheizung, den riesigen Schaltkasten der Elektrik (tatsächlich hoher Standard, besser als sonst wo in Kabul), Duschen, Toiletten. Lange Zellengänge, alle mit Gitter am Flurende noch mal abgetrennt, etwa 20 qm große Zellen für 8 bis 16 Gefangene, es gibt eine Bibliothek und einen Bett-Raum. Ich habe sehr bedauert, dass ich das nicht fotografieren durfte.

Ob uns der Knast gefallen hätte? Na ja, sagt Arnold, wem gefällt ein Gefängnis schon? Als der Direktor etwas beleidigt guckte, beeilte er sich hinzu zu fügen: Aber er sei beeindruckt von dem Standard.

Wir werden den Weg zurück mit einem original deutschen Polizeiauto gebracht. Das sei schließlich dafür da, den Menschen zu helfen, erklärt der Direktor. Und wenn wir etwa helfen wollten, dann wäre Hilfe für den Ausbau der Produktionsstätten toll. Wir verabschieden uns freundlich.

23. Januar

Das große Essen

In der zweiten Woche meiner Ausbildung habe ich dann ein großes Essen gegeben, für 200,- Euro. Samea und Hermid erklärten sich bereit, mir zu helfen, machten mit mir eine Vorbereitungsliste (zum Beispiel gab es nicht genug Geschirr) und eine Einkaufsliste. Gemeinsam überlegten wir, wen wir einladen könnten.

Im Grunde wollte ich nur Afghanen einladen, eine Party für Hezarak, mich den örtlichen Offiziellen vorstellen. Dann wurde mir aber klar, dass ich auch die Kabuler Chefs einladen müsse. Und dann auch ihre Frauen.. Kurz vor der Party steckte mir Samea, dass es aber nicht ginge, dass mit diesen konservativen Käuzen die beiden Frauen mitessen würden. Ob ich die nicht fragen könne, ob sie vielleicht in meinem Container essen würden. Ach du Schreck!

Sie kamen nicht. Nur Afghanen, nur Männer. Irgendwann später meinte der (selbst konservative) Said Machmat, so ein Quatsch, natürlich hätten die beiden Frauen mitessen können. Die seien Europäerinnen, da sei das kein Problem. Und Arnold meinte: „Da hättest Du eine schöne Szene erleben können, wenn du die Frau vom Chef gefragt hättest, ob sie im Container isst.“ Noch mal Glück gehabt.

So war es eine große Sache wohl. Und ich völlig aufgelöst. Statt der geladenen zehn Bezirks- und Dorf- Ältesten kamen fünfundzwanzig. Alle wohl, die etwas zu sagen hatten. Ihre Titel habe ich nicht begriffen, aber einer war ganz offensichtlich der örtliche Commander: Er zog als einziger die Schuhe nicht aus, sondern setzte sich damit auf die Tischdecke. Schon sein Gesichtsausdruck sah erstaunlich dämlich aus. Die anderen gefielen mir zumeist wesentlich besser: Alte Männer wie aus dem Bilderbuch, mit Afghanenkleid, barfuss in Badelatschen, Turban auf den wettergegerbtem Kopf und Bart bis in den Suppenteller. Und würdevoll.

Wir saßen vor dem Haus auf einer Art Terrasse, in zwei Reihen uns gegenüber. Die Azubis und die Wächter saßen etwas abseits. Toll, dass es möglich war, draußen zu essen, immerhin Mitte Januar. Aber tagsüber ist es halt doch ziemlich warm, wenn die Sonne scheint. Zu Anfang rezitierte (das heißt hier: sang) Samea eine Koransure, darauf hielt erst Mir Wais (der die Gemeinwesenarbeit macht), später Mir Rachim eine Rede, und dann war ich dran. Meine spärliche Dari- Kenntnisse begeisterten alle und ich entschuldigte mich höflich, weil ich kein Pashtu könne.

Ich ging bald ins Englische über und hielt eine Lobrede auf die alte und hochentwickelte Kultur von Afghanistan, erzählte kurz, was ich hier tue und gab ein Sprichwort zum Besten. Mittendrin schaute ich plötzlich in das völlig verblüffte Gesicht von Samea, der den englischen Teil meiner Rede übersetzte hatte: Ohne es zu merken, hatte ich plötzlich Deutsch gesprochen!

Von vielen Seiten sollte ich später hören, das sei eine tolle Party gewesen, ein “powerful Meeting”! Es war wohl das hochrangigste Treffen im Distrikt Hezarak seit dem Krieg. Ganz viele halfen, angefangen von dem Hazara- Tierarzt Dr. Haschir, der mit wundervoller Schrift die Einladungskarten schrieb, über meine beiden Logistik-Helfer Samea und Hermid, mit denen ich zusammen auch ein Großteil des Einkaufes machte (und nur mit Mühe das von Arnold versprochene Auto bekam – ohne ihn, aber mit seinem Fahrer und seinem Übersetzer) bis hin zu den Köchen und all jenen, die den Tisch deckten und abräumten, Geschirr von zu Hause mitbrachten und vieles mehr.

Samea fragte ich dann auch, wem ich Geld bezahlen solle, weil ich das – außer für die Köche, das war mir klar – nicht einschätzen konnte. Er nannte mir dann noch einen Wächter, der auch mit geholfen hatte.

Am Tag darauf steckte mir mein Übersetzer, dass der Lagerverwalter Nasim sauer gewesen wäre, dass er nichts bekommen habe. Erst verstand ich, dass Sadat für sich selbst um Geld bat und war verärgert. Ich erzählte den Ingenieuren davon, was wiederum Sadat sehr verschämte und mich zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlasste. Nasim aber ließ nicht locker und nachdem einer der Fahrer, offensichtlich von ihm geschickt, auch irgendeine Bemerkung in dieser Richtung machte, sprach ich mit Samea darüber. Eigentlich um zu erfahren, ob er vielleicht doch jemanden vergessen habe. Einen Tag später saß ein völlig eingeschüchterter Nasim bei mir im Container, entschuldigte sich vielmals und fragte kleinlaut, ob ich wirklich mit dem Chef in Kabul darüber reden wolle, wie ihm Samea angedroht hatte.

Ich konnte ihn beruhigen, gab ihm aber nichts. Mir war es lieber, nicht noch nachträglich jemanden auf sein Verlangen hin Geld zu geben. Ich sah schon eine mehr oder weniger fordernde abendliche Schlange vor meinem Container. Was allerdings aus all den Resten dieses Festes und all jenen Sachen, die ich zwar eingekauft, aber beim Essen nicht gesehen hatte, passiert ist, das sollte mich noch etwas beschäftigen.

20. Januar