Worldwide Arsenic Contamination of Groundwaters

As the population on earth increases beyond six billion, the demands for clean water are rising and therefore, groundwater utilisation as source for drinking water has been increasingly used in many parts around the world.

The increased groundwater utilization has caused several health issues, due to the presence of geogenic toxic pollutants such as arsenic, uranium, selenium etc. In particular, the contamination of groundwaters with arsenic is a worldwide problem with millions of affected people.

In South East Asia (Bangladesh, Vietnam, West Bengal, Nepal, Cambodia, Mongolia) over 50 million people depend on groundwater with arsenic concentrations higher than the local limits of 50 µg/L and over 500 million people might consume water with arsenic over the WHO, USA and EU limits of 10 µg/L. In the USA more than 13 million people, mostly in Western States, consume drinking water with more than 10 µg/L arsenic.

In Europe, many regions are affected by elevated arsenic concentrations (Hungary, Romania, Greece, Spain, Finland, Germany)[1]. The situation is particularly severe in some regions of Eastern and Southeastern Europe where smaller communities depend on local ground water resources that are contaminated with arsenic and according to the EU directive 98/83 [2], all drinking water sources within the European Union should have complied with the new limits by 12/2003. However, until to date, in Hungary and West Romania, almost 400 thousand people depend on drinking water contaminated with arsenic concentrations over 50 µg/L [3]. In Northern Greece more than 150 thousand people use groundwater, which contains arsenic concentrations between 40-140 µg/L, whereas the respective tap water was found to contain arsenic in the range 15-30 µg/L [4].

 

CITED REFERENCES:

[1] Nordstrom, D.K. (2002) Worldwide occurrences of arsenic in groundwater. Science 296, 2143-2145.

[2] European Commission Directive, (1998), 98/83/EC, related with drinking water quality intended for human consumption, Brussels, Belgium.

[3] Csanady, M., Karpati, Z., Csalagovits, I. Arsenic in drinking water in Hungary. Data on occurrence and remediation. Available at: www.asia-arsenic.net/hungary/hungary-e.htm. (Accessed Feb 2005).

[4]. Mitrakas, M., 2001. A survey of arsenic levels in tap, undergroundand thermal mineral waters of Greece. Fresenius Environ. Bull. 10 (9), 717-721.

 

Yiannis Katsoyiannis ist Gastwissenschaftler an der Technischen Universität Berlin im Fachgebiet für Wasserreinhaltung und beim Umweltbundesamt Abteilung Trinkwasser. Als Stidpendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung entwickelt er Methoden zur Uran- und Arsenentfernung aus dem Grundwasser mit Hilfe biologischer Behandlungsmethoden.

Mapping the Equator Through Measuring Coriolis Force in VHS (Very Huge Sinks)

A promising research project in applied Earth and Planetary Sciences

The project seeks to investigate a largely unknown planetary fact – the exact position of the equator – by means of a simple but nevertheless highly effective method, employing the Coriolis Force (in sinks). It will supply a revolutionary first mapping of the planetary love handles, the so-called earth’s midriff (a misleading term, as the equatorial state of the planet does not at all resemble our cultural ideal of a midriff because we know today that the earth is most corpulent at equidistance between its poles). The equator is usually referred to as a straight line of 40,076.6 km surrounding the earth. But can we be sure of the equator’s linearity? So far, no serious attempts to measure the actual shape of the equator have been undertaken. Thus, the assumption that it shall come out as a straight line is not based on evidence but on faith.

What we propose is a Very Large Measurement (VLM). Simplified, we will construct a Very Large Ship (VLS) and equip it with a number of Very Large Sinks (VLS). We will then head off south (or north, depending on where we are) and after reaching the Field of Potential Equatoriality (FPE), start our systematic measurements with an approximate duration of 4-5 years. We will have constant streams flowing in the VLSs and cross the expected equator at every 2nd kilometer, making large turns in order to allow the exact equator to be measured. Highly sensitized instruments will detect the turning point of water flow. The measured position of the equator at that point will be recorded, and the procedure 20,037.3 times repeated.

To ease measurement, we will ignore all other variables, like waves, wind, temperature, and researcher subjectivity. Even though the validity of our methodological approach is out of question, some issues remain to be discussed: (a) How to go about measuring African and South American equatorial lines without being bitten by Very Large Spiders (VLSs) and without acquiring communicable diseases and (b) How to finance the project. A cooperation with McDonalds could be a promising idea, offering the trademark to put up Mc Donalds buoys at every 6th mile and therefore opening up an entirely untouched marketing territory. We realize our duty to contribute to the enlightenment of mankind. This project will most be a milestone in planetary knowledge. It is yet to be explored what practical implications will follow this paradigmatic shift in the ontology of the field.

Auf der Suche nach Arbeit

Arbeitslosigkeit 20%. Unglaublich. Alle Leute sind arbeitslos. Sie haben kein Geld. Klar. Besonders in Berlin sieht man die Auswirkungen überall. Die Situation muss sich sofort ändern. Ich weiß nicht wie, aber das muss sich ändern! Dennoch zu diesem Thema habe ich eine andere Frage zu stellen. Die Leute sind heutzutage echt froh, wenn sie eine Arbeit finden. Sie feiern zu viel, weil sie ab Morgen nicht frei sind zu tun, was sie wollen. Es ist verrückt, oder? Das ist Kapitalismus. Und dann sind sie noch glücklicher, weil sie einen Job mit mehr Geld gekriegt oder angenommen haben. Das ist doch auch verrückt. Mehr Geld bedeutet mehr Arbeit, mehr Verantwortung, weniger Zeit mit den Freunden zu genießen und weniger Schlaf oder vielleicht doch schlechterer Schlaf mit vielen Alpträumen davon. Und dann immer Angst davor. Man fühlt sich immer arm, auch wenn man viel Geld pro Monat verdient. Weil es immer Sachen gibt, die man nicht kaufen kann. Warum sollen wir immer mehr arbeiten, um eine Mercedes oder BMW schließlich zu kaufen?

Der 9. November 2005!!!

Der 9. November 1989?!? Ein Datum, das ein Symbol geworden ist. Heute, am 9. November 2005, kann ich endlich mit meinen 23 Jahren meine Meinung dazu entwickeln und meine kleinen Ideen zu diesem Tag „dazugeben“. Ich möchte keine moralische Lehren, Urteile, Kommentare, Kritik über den Mauerfall schreiben, weil die Geschichte und die Zeit haben schon die Konsequenzen der Wende gezeigt und erklärt; sondern ich möchte einfach den Deutschen ein sehr interessant Buch empfehlen, zu dem es leider noch keine italienische Übersetzungen gibt ;-)…

Das Buch „Mauerspringer“ ist von Peter Schneider, einem Schriftsteller, der in West-Berlin während der Berliner Mauer lebte. Sein wesentliches Thema ist die Teilung Deutschlands und besonders die Mauer, die er täglich erlebte. Sein Erzählwerk „der Mauerspringer“ sammelt verschiedene Geschichten zum Thema „Berlin eine geteilte Stadt“ und betont die totale Sinnlosigkeit der Situation. Das Buch hat mir sehr gefallen, denn die Erzählungen bieten eine besondere und neugierige PERSPEKTIVE und Beobachtung des Alltagslebens während der Berliner Mauer. Besonders zu bemerken ist die Tatsache, dass der Autor tragische Ereignisse oder dramatische Abenteuer der Bewohner der DDR oder der BRD NICHT kommentiert, wie die meisten historischen Bücher… sondern Peter Schneider gibt dem Leser selbst die Aufgabe die Anekdoten, die merkwürdigen, seltsamen und komischen Geschichten der Protagonisten des Romans, zu interpretieren. Toll! Ich habe viel Spaß beim Lesen gehabt. Einige Beispiele? Die Stories bestehen aus den 5 Mauergeschichten, die alle relativ unverbunden sind, allerdings haben sie einen Zusammenhang zur Hauptgeschichte, schon allein durch das Thema: Die Suche nach einer eigenen Realität.

1. Die erste Geschichte handelt von Gerhard Schalter, einem Mann, der seine Geliebte aus Afrika erwartet und daher jeden Tag zum Flughafen in den Osten fährt. Eines Tages bleibt Schalter gleich ganz im Osten, um die Frau, die er liebt, die aber nie kommt, nicht zu verpassen.

2. Arnold Kabe ist mehr oder weniger die Hauptfigur von Schneider, weil er das Herz des Themas von Schneider darstellt: Er springt aus Langweile fünfzehn Mal von West nach Ost über die Mauer. Am Ende, springt er nicht mehr über die Mauer, sondern balanciert er auf ihr!!! Unglaublich, meiner Meinung nach!

3. Der Begriff des „Springens“ findet sich auch in der Erzählung der drei Kinogänger, Ostberliner Jugendliche, die die Mauer mehrmals überspringen, um sich in Westberlin Kinofilm anzusehen. Auch hier handeln sie nicht aus politischer Motivation, sondern aus Abenteuerlust!!!

Wie gesehen, lässt Schneider seine Figuren zwischen Ost und West pendeln und sie eigentlich nur paradoxal auf der Mauer zufrieden sein. Was bedeutet das? Natürlich nur eine Sache, meiner Meinung nach: Den Wunsch des Autors, sich wieder mit seinem Land, mit Ost- und Westdeutschland als Ganzes, zu identifizieren.

Schneider hat das Buch 1982 geschrieben hat. Der Mauerfall geschah 7 Jahre später. Bei Schneider spielte auch Angst eine Rolle und die Ungewissheit, ob es jemals dazu kommen würde… Denn: Von der Spaltung bis zum Wiedervereinigung eines geteilten Volkes, das eine einzige Sprache und eine einzige Tradition besitzt, führt ein langer Weg. In Peter Schneiders Roman wird die äußere und innere Mauer sehr detailliert beschrieben. Dieses Thema hat mich sehr fasziniert! Die äußere Mauer als realexistierende Grenze zwischen BRD und DDR, die innere Mauer als Begrenzung der Gedanken in den Köpfen der Deutschen. Sowohl der West- als auch der Ostdeutschen: Meine Frage dazu: „Ist dies heute noch so? Wie fühlt sich ein Ostdeutscher wenn er mit einem Westdeutschen ist? Spürt man Unterschiede?

Heute frage ich mich als Ausländerin: “Was passierte wirklich mit den Deutschen, als die reale Mauer weg war? Blieb eine Mauer in den Köpfen der Deutschen zurück? Gibt es sie heute noch?

Danke für eventuelle Antworten.

 

 

 

 

Der 9. November 1989?!?

9. November 1989?!? Ein Datum, das ein Symbol geworden ist. Aber,… auch für eine Italienerin vom Gardasee? Tausende Mal hat man mich über meine persönliche Meinung über diesen Tag gefragt. Und tausende Mal habe ich auf dem Gymnasium, an der Uni in Modena, an der Humboldt-Universität in Berlin mit Freunden, mit Lehrern und mit Dozenten versucht, nicht zu idiotisch zu antworten… Heute, den 9. November 2005, hat auch mein Lieblingsfreund Mario aus Berlin mir die gleiche Frage gestellt. Meine Antwort? Ganz einfach: Am 9.November 1989 war ich zu jung und unselbstbewusst, um zu verstehen, was sowohl in Deutschland als auch in Italien passierte. Damals war ich 7 Jahre alt mit einem einzigen Traum im Kopf: Balletttänzerin zu werden. Ich hatte keinen anderen Platz im Kopf für andere beanspruchende Themen… Wahrscheinlich, im gleichen Moment, als die Mauer gefallen ist, als das bedeutendste historische Ereignis der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert geschehen ist, probte ich, ein „unschuldiges Kind“, vor dem Spiegel eine Choreografie… sorry, so habe ich alles verpasst… ;-(

Vor dem Brandenburger Tor standen tausende Leute (zum 9. November 1989)

Der 9. November 1989 – es ist ein sehr wichtiger Tag für Deutschland. Alle Deutsche erinnern sich genau daran, was sie an diesem Tag gemacht haben. Gingen sie sofort „rüber“ und guckten sich alles an oder waren sie schon im Bett als die Mauer fiel oder sahen sie alles im Fernsehen, hörten sie Radio? Sicher ist, dass alle sich daran erinnern!

Aber warum soll sich ein Grieche daran erinnern, was er damals gemacht hat? Ich war jung und hatte irgendwie anderes zu tun und alles was außerhalb meiner kleinen Welt geschah, war weit weg. Ich weiß nicht genau, wie es war als die Mauer fiel. Woran ich mich allerdings sehr gut erinnere, ist, was ich am 9. Nov 1999 machte. Ich war in Berlin, zum ersten Mal, um ein paar Experimente für meine Doktorarbeit durchzuführen. Damals wohnte ich in Charlottenburg, in der Nähe vom Schloss Charlottenburg (ich denke es war in der Windscheidstraße) und weil ich damals kein Deutsch sprechen und lesen konnte, hatte ich keine Ahnung, dass es der 10. Jahrestag des Mauerfalls war.

Unglaublich! Da bin ich, im U-Bahnhof „Französische Strasse“ ausgestiegen um einen kleinen Spaziergang zu machen. Es war fast acht Uhr am Abend und plötzlich gab es viele Leute af der Strasse. Ich habe mich gefragt, warum? Was passiert hier? Es gab ein großes Fest zum Jahrestag der Maueröffnung. Vor dem Brandenburger Tor standen tausende Leute. Sie warteten auf alle die wichtigen Leute. Da gab es Gorbatschow und Helmut Kohl. Ronald Reagan war bereits sehr krank und konnte deshalb nicht kommen. Und Honecker? Selbstverständlich ist er nicht aufgetaucht. Besser für ihn, dachte ich. Andererseits sind die Scorpions gekommen und haben gesungen. Es gab 10.000 Leute mit Kerzen in den Händen. Es war ein toller Abend! Nicht zu vergessen! Ich war auch da, viel getrunken aber nicht betrunken, damit ich alles heute erinnern und Ihnen mitteilen konnte 😉

Erinnerungen an Mauer und Mauerfall: Drei Menschen, drei Wege, drei Schicksale

3. November 2005 – Treffen von Freunden. Jürgen und seine Frau Ludmila empfangen den guten Freund Gunnar bei sich zu Hause. Die Gespräche und Diskussionen, die diese Menschen unter sich führen sind immer sinnvoll und lebensnah. Da ich aus einem anderen Land komme (Russland) und in Deutschland nur 2 Jahre bin, freue ich mich jedes Mahl etwas Neues zu erfahren. Ich habe das Thema „Mauerfall“ vorgeschlagen und habe meine Freunde interviewt. Sie haben es gerne gemacht, aber dabei waren sie ab und zu auch traurig, nachdenklich und emotional aber auch glücklich bewegt. Manchmal blitzten die Augen vor Tränen. Die Erinnerungen, die wir in solchen Momenten aufrufen, lassen uns nie kalt. Das Thema „Mauer“ und „Mauerfall“ hat mich schon immer interessiert. Das war für mich ein Rätsel „Ein Staat, der künstlich zweigeteilt war“. Die Schicksale von Menschen, die das alles erlebt haben sind mir wichtig! Ich frage die Deutschen immer darüber, und habe schon ein kleines Bild von diesen Ereignissen in meinem Kopf. Aber ich möchte es sozusagen weiter untersuchen und das Treffen dieser Freunde ist eine gute Möglichkeit dies fortzusetzen. Gunnar (44 Jahre), er ist Autor und Geologe und freiberuflich Dozent an der Freien Universität Berlin und an der Europa-Universität Kaliningrad. Er kommt aus Nord-Bayern, also aus Westdeutschland. Das war Grenzgebiet, aber Zoll und Polizei störten ihn nicht. Er hatte immer ein Interesse an der DDR und anderen kommunistischen Länder. Deswegen reiste er viel (damals noch mit Visum) nach Dresden, in den Harz, auf Rügen und auch in andere Länder, zum Beispiel Jugoslawien oder in die Tschechoslowakei, heute Tschechien und Slowakei. Mit 21 Jahren kam er nach Berlin und studierte Deutsche Geschichte an der Freien Universität. 28 Jahre war er, als die Mauer fiel. Aber er sagt, dass er schon geahnt hatte. So hat es ihn nur wenig überrascht. Gunnar: „Das war der Atem der Geschichte!“ Heutzutage ist er sehr oft in Russland und Polen. Vor allem im ehemaligen Ostpreußen, in Kaliningrad (Königsberg) und Umgebung. Er ist ein Ostkenner geworden und hat sogar eine Russin geheiratet. Gunnar: „Ich habe einen Fehler gemacht – dass ich nach Berlin gezogen bin. Berlin ist für mich zu bitter. Aber Berlin hat auch seine Vorteile – es ist nicht so weit nach Kaliningrad und gleichzeitig nach Bayern, wo meine Verwandten leben!“ Zum Schluss habe ich ihn gefragt, was wäre in seinem Schicksaal anders, wenn die Mauer nicht gefallen wäre. Er sagte: „Dann hätte ich als Ostexperte ein eingesehener Hochschullehrer werden können!“ und lachte. Jürgen ( 57 Jahre), er ist Diplomjurist, hat als Laborant gearbeitet, aber nach dem Mauerfall seine Arbeit verloren. Seit 1993 ist er selbständiger Reiseleiter. Jürgen kommt aus der Ostdeutschland, er ist in Magdeburg geboren und mit 21 Jahren nach Ostberlin gezogen. Er wusste immer „es muss eine Wende geben, weil die DDR ökonomisch einfach unstabil war“. Er wollte eine Veränderung, „…aber ich habe nicht gedacht, dass der Anschluss der DDR an die BRD so einfach kommt“. Den Mauerfall hat er als Chance gesehen, sich freiberuflich zu entwickeln, den Horizont erweitern zu können mit der Grenzöffnung! Das hat er auch gefühlt als er 1993 sein Betätigungsfeld in das ehemalige Ostpreußen ausgeweitet hat. Er ist ein Spezialist für Ostpreußen geworden und führt dort zudem viele Hilfsprojekte durch. Er hilft Kindern in Waisenhäusern mit dem Verein Anthrophos e.V. und unterstützt begabte Kinder im Bereich Musik und Tanz. Der Mauerfall und die Entwicklung in Osteuropa haben sein privates Leben stark verändert. Er hat sogar eine Russin geheiratet und so ein „Russische Seele“ gekriegt. Er liebt und versteht russische Kultur, er singt russische Lieder und hat viele russische Freunde! Über die Deutschen und Teilung sagt er: „Ich weis, dass noch bis Heute in den Köpfen der Deutschen eine Mauer besteht, bei mir aber nicht. Ich höre den Menschen gerne zu, ich akzeptiere jeden und bin für Kompromisse bereit. Was ich nur für die jüngere Generation wünsche, dass der Sozialstaat nicht weiter so demontiert wird und dass die Jugend mehr Bildungschancen erhält und das nicht so sehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt…“ Ludmila (43 Jahre) ist ausgebildete Musiklehrerin und arbeitet jetzt als eine Managerin in einem Hotel in Berlin. Sie ist in der Sowjetunion in Kaliningrad geboren. Ludmila: „ Als ich noch ein Kind war, konnte ich nicht verstehen, wie es kann sein, dass in Berlin ein Mauer steht und die Stadt und selbst ein Land in zwei Teile teilt. Aber es war so und ich habe einfach angenommen, dass es so sein soll. In der Sowjetunion führte man immer eine Politische Propaganda. Die DDR das waren immer ‚die Guten’ und die BRD natürlich ‚die Schlechten’, denn Westdeutschland war ein Verbündeter von Amerika und zwischen Amerika und der Sowjetunion war damals ein ‚Kalter Krieg’. Man hat uns nie über die Probleme der DDR berichtet, immer nur das Positive, deshalb wollten die Russen immer die DDR besuchen. Es war wie ein Traum! Viele unsere Militärs und Ärzte waren in der DDR tätig und die haben bis heute sehr schöne Erinnerungen an diese Zeiten. Der Mauerfall wurde bei uns im Fernsehen gezeigt und als ein großes Fest vorgestellt. Man zeigte Bilder von Gorbatschow und Koll, wo sie sich umarmen. Ich habe mich natürlich auch darüber gefreut, obwohl Deutschland und alles was da passierte für mich fremd und unerreichbar war.“ Drei ganz verschiedene Menschen, drei ganz verschiedene Wege, drei ganz verschiedene Schicksale haben. Aber jetzt sitzen sie zusammen und trinken Tee, es gibt viel, was sie heute verbindet. Ein Westdeutscher und ein Ostdeutscher sind gute Freunde. Doch wir leben in harten Zeiten, wo Krieg, Terrorismus und starke Ungerechtigkeiten herrschen, wo Grenzen in der Welt bestehen und viele dadurch leiden müssen, wo die Natur sich gegen die Menschheit erhebt, wo Kinder und Erwachsene wegen des Hungers in Afrika und nicht nur dort sterben. Und andere, die viel zu viel haben, schmeißen Lacks und schwarzen Kaviar in den Müll, weil sie schon so satt davon sind. Wir leben in Zeiten, wo die Rentner in Russland 50 Euro pro Monat bekommen und irgendwie davon leben müssen, obwohl sie ganze Leben lang gearbeitet haben und nur seines bestens gegeben haben. Trotz allem besteht eine Hoffnung auf besseres Leben. Auf das Leben, in der jede menschliche Seele zählt. In der wir versuchen müssen Ellenbogengesellschaft auszulöschen, die Fehler der Vergangenheit nicht mehr wiederholen und auf einander aufpassen, weil wir einander brauchen.

Liebe Berliner! Vielen Dank dafür!

Ist es jetzt gefährlich in Frankreich? OK. Aber was soll diese Frage? Berlin ist es nicht und das ist TOLL! Im Juli 2004 bin ich nach Berlin gekommen. Im Griechischen gibt es den Spruch, dass wenn man an in eine Stadt kommt, wo man leben wird von Anfang an verstehen kann, wie die kommende Zeit wird. Als ich in Berlin ankam, am 4. Juli, fragte ich mich wirklich was hier los ist! Was passiert in dieser Stadt? Damals gewann Griechenland die Europameisterschaft. Mit meinem Bruder war ich auf dem Potsdamer Platz und was wir erlebt haben kann man nicht beschreiben! Na ja. Berlin. Potsdamer Platz, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Schöneberg. Ich kenne diese Stadt und je besser ich diese Stadt kenne, desto mehr bin ich in diese Stadt verliebt.. Nicht nur die Stadt als Stadt, sondern auch die Leute. Die sind echt locker und cool, aber trotzdem ganz bodenständig. Liebe Berliner! Vielen Danke dafür! Ich lade euch ein, ein Bier zum Frosch zu trinken. Sie wissen natürlich nicht wo diese ulkige Kneipe ist, aber manche Leute wissen und das reicht aus. Tschüss

Mensch, dann verschlafen wir das größte Ding in der Weltgeschichte! (zum 9. Nov. 1989)

Ich war 14 Jahre alt im Jahr 1989, eine aufregende Zeit im Leben, aber dieses Jahr war für alle aufregend, die hier lebten. Soviel war passiert den Sommer über. Viele waren über Ungarn abgehauen und wir hatten einen neuen Regierungschef, der aber auch aus „der alten Garde“ war. Es gab noch einmal einen großen Aufmarsch und Fackelzug zum Jahrestag bei dem viele nur dabei waren um „Gorbi“ zu sehen. Viele Klassenkameraden gingen noch hin und marschierten vorbei, aber ich war nicht dabei. Unsere Familie hatte innerlich schon lange mit dem System abgeschlossen, obwohl mein Vater in der Partei war. Na ja und so waren wir auch bei der großen Demo am 4. November auf dem Alex mit dabei. Eine Million, sagen manche, sollen es gewesen sein. Also, das war schon interessant für so einen „Stippi“ wie mich! Transparente, Reden, Applaus, Pfiffe für die „alte Garde“… und fünf Tage später war die Mauer auf! Abends gegen zehn haben sie sie auf gemacht und ich habe alles im Radio gehört! … und ich dachte es wäre ein Hörspiel! Ein wirklich gut gemachtes! Ein außerordentlich gut gemachtes! Nein, das musste real sein! Nein, das war zu echt! Ich lag schon im Bett und hatte mindestens schon eine halbe Stunde zugehört, bevor ich aufstand und zu meinen Eltern in die „Stube“ ging und ihnen die Nachricht mitteilen wollte. Aber bevor ich etwas sagen konnte, rief meine Mutter: „Was machst Du noch hier? Bist Du immer noch nicht im Bett? Jetzt ist es aber genug! Ab ins Bett!“ Das war noch in dieser Zeit als der Fernseher nicht immer ununterbrochen lief und so hatten meine Eltern aus dem Fernsehen nichts mitbekommen. Ich sagte: „Wisst ihr was, die Mauer ist offen!“ Meine Mutter: „Was sagst Du? Ach hör doch auf! Jetzt ab ins Bett!“ Ich: „Doch die Mauer ist offen! Ich habe es im Radio gehört! Du kannst es ja selbst hören oder macht den Fernseher an!“ Doch meine Eltern hatten andere Sachen zu besprechen und meine Mutter wurde schon ein bisschen wütend mit mir und dachte ich erfinde immer Stories, damit ich nicht ins Bett muss.. aber so eine schlechte Story hatte ich noch nie erfunden! Und so ging ich wieder ins Bett und dachte: „Na ja, wenn meine Eltern sagen, dass kann nicht sein, dann kann es wirklich nicht sein.“ Aber ich hörte weiter zu und es klang einfach zu real! Das war zu real! „Und überhaupt, wie lange sollte dieses Hörspiel noch gehen? Ging das die ganze Nacht? Normalerweise läuft zu dieser Zeit doch immer Musik auf Rias. Hm. Aber vielleicht hatten sie das ganze wegen der bewegten politischen Situation gemacht. Die im Westen machen immer diese Sachen.. und ein paar Tage zuvor gab es ja auch so ein Hörspiel: ‚in dem Außerirdische landen..’. Na und das die Mauer fällt, das ist ja ungefähr genauso unwahrscheinlich.“ Trotzdem, sie sollten sich das doch wenigstens mal anhören! Diese Live-Berichte von den ganzen Leuten, die da interviewt wurden.. Das konnte vielleicht doch wahr sein! Soviel unglaubliche Veränderungen hatte es ja schon gegeben! Doch das musste einfach wahr sein! Also, stand ich wieder auf und versuchte meine Eltern zu überzeugen, dass sie doch mal den Fernseher anmachen sollten und wir dann bescheid wüssten. Aber: Keine Chance! Sie hatten andere Sachen zu besprechen! Und wurden schon langsam echt böse, dass ich an diesem Tag partout nicht ins Bett gehen wollte! Das ganze wiederholte sich ein drittes Mal: „Mutti, Papa bitte macht doch einfach den Fernseher an, wenn es nicht stimmt, schlafe ich sofort!“ Aber: Keine Chance! „Mensch, dann verschlafen wir das größte Ding in der Weltgeschichte! Dann verpassen wir alles! Vielleicht ist morgen wieder alles vorbei! Wir müssen rüber!“ Meine Mutter: „Du mit Deinen Hirngespinsten! Jetzt ist aber wirklich Schluss!“, sagte sie jetzt schon sehr böse. Und so gingen wir alle ins Bett. Mein Vater begann immer bereits um 6 Uhr und hörte morgens auch kein Radio. Später erfuhr ich nur, dass er sich auf Arbeit wunderte, warum er ganz alleine war. Meine Mutter kam morgens um 6 Uhr zu mir und sagte nur: „Komm wir gehen!“ Und ich war so böse!! Ich war so böse!! Ich hatte das Gefühl alles verpasst zu haben! Und sagte: „Siehst du! Ich habe Dir das doch gesagt!“ In der Nacht hatten sie die Leute in dem Chaos am Ende einfach so herübergelassen, am Morgen lief es nach guter alter Tradition wieder gesittet und ordentlich. Nur mit Stempel im Ausweis konnte man rüber. Was für einen Sinn das hatte, wenn sowieso jeder diesen Stempel haben kann, begriff keiner, aber alle stellten sich ordentlich an, bekamen das Ding und dann gingen wir in den Westen. Bilder haben wir in der Zeit kaum gemacht. Die Zeit war zu bewegt. Wir steckten mitten drin und hatten keinen Kopf für so was…

Honig ist Honig (zum 9. November 1989)

Eigentlich wollte ich Sowjetsoldat werden. Die hatten diese tollen grünen Mützen mit dem winzigen roten Stern drauf. Diese kleinen Sternchen leuchteten unter der friedlich freundschaftlichen Sonne verbrüderter Staaten, sie leuchteten gen Westen, wo es keine Staaten gab, stattdessen nur diese klumpige geballte zäh wabernde angeblich extrem kinderfeindliche Masse. Wie Kaugummi, der alles verklebt. Mich verklebte er nicht, ich fragte mich nur, woher kam all dieses bunte Spielzeug, wenn die da drüben so kinderfeindlich sind? Ich verdrängte solche Gedanken mithilfe der roten Sternchen, so gut es ging. Sternchen sind ja tolle Dinger, da kann man nichts gegen einwenden, eine geniale optische Erfindung — die Macht des roten Sterns begriff ich jedoch nie: Da ging es um Kritik und Kampf gegen Kapital, und ich ließ mir erklären, dass mit Kapital im großen und Ganzen Geld gemeint ist, – ich dachte nur: Mhhhmm, Geld. Was kann man denn gegen Geld haben? Man konnte von Geld prima Eis kaufen. Und Mutti, wieso leuchtet das Brandenburger Tor bei Nacht nur aus der Ferne? Mutti, ich verstehe das nicht. Mütterchen fasst mir daraufhin auf die Schultern und spricht mir ins Haar: Mein Kind, ich versteh es auch nicht. Und außerdem: "Du kannst gar kein russischer Soldat werden, weil du kein Russe bist." Ich realisierte: Ich war eben doch nur ein einfaches Ostkind. Und was die Russen in unserer DDR zu suchen hatten, wenn sie mir nicht erlaubten ihnen beizutreten war mir von nun an scheißegal. Wir verbrannten ein paar Jahre später unsere Jungpionierausweise und fanden das komisch. Wir spürten es geht zu Ende. Wir wollten keine Pioniernachmittage mehr. Wir wollten raus aus den Zwängen, wir wollten weg, irgendwohin, wir wollten im Dreck spielen dürfen, wir wollten keine komplizierten Knoten mehr in unsere Halstücher flechten, nie wieder Bügelfalten! – wir wollten raus auf die freien goldenen Felder, wir wollten geile Mountainbikes und Schweizertaschenmesser. Also verbündeten sich alle zehn und elfjährigen Ostdeutschlands und löcherten ihre Erwachsenen mit Fragen. Jeden Tag eine Frage mehr. Sie wurden wahnsinnig davon und bald hielten sie es nicht mehr aus: sie flüchteten auf die Straße. Wochenlang frierten die Erwachsenen, weil sie wussten: Wir können nicht ohne buntes Spielzeug nach Hause kommen. Und sie waren hartnäckig und es sollte sich auszahlen. Es rückte ein großes Ziel in greifbare Nähe. Schließlich sitze ich vor dem Schwarzweißfernseher und höre den Nachrichtensprecher etwas sagen. Er sagt Wichtiges, sagt Schicksalsträchtiges, Triumphales, er kann sich nicht mal das Lächeln verkneifen, er sagt etwas, das uns alle betrifft. Ich bekomme Hunger und esse Honigbrote. Meine Eltern kommen aufgelöst nach Hause und reden mir den Hunger aus, denn die Grenzen sind offen. Mann, verstehst du nicht? Die Grenzen!! AUF!! Naja, schön und gut: Und wo ist jetzt das Spielzeug? Meine Eltern verdufteten ziemlich sofort wieder. Ab in die Kälte verschwanden sie und ich blieb zu Haus und sah mir im Fernseher die Menschenmassen an. Mann, sind das viele!, dachte ich. Die sind jetzt alle geile Sachen für ihre Kinder holen. Ich spürte: Wir werden ab jetzt immer alles bekommen, was wir wollen. Wir müssen nur laut genug unsere Eltern für uns schreien lassen.