Als Dozent an der Universität Herat

Die Universität in Kabul beendet, noch einige Monate in Deutschland verbracht und dann war es soweit – ab nach Herat, um dort am Aufbau der Deutschabteilung mitzuarbeiten. Das war mein neues Ziel.

Vor fast genau einem Jahr bin ich nach Herat gegangen. Täglich gibt es Flüge von Kabul mit Kamair. Ich war sehr neugierig und als ich am Mittag am Flughafen ankam, wartete die DAAD-Lektorin bereits auf mich. Natürlich hatte ich schon viel von der Schönheit der Stadt gehört. Alles läuft auch viel geordneter als in Kabul und es gibt nicht soviel Staub hier.

Nach einem Stadtrundgang, trafen wir den stellvertretenden Rektor der Universität Herat in seinem Büro. Dann hat man mich zum Studentenwohnheim geführt und ich habe ein Zimmer mit drei Dozenten zusammen bekommen. Einen Tag später ging es schon mit dem Unterrichten los.

In diesem Jahr haben 16 Studenten und Studentinnen ihr Studium an der Deutschabteilung aufgenommen. Das Studium dauert 4 Jahre und endet mit dem Bachelorabschluss. Außerdem bieten wir Wahlpflichtkurse für die Studenten der Englischabteilung an. Studenten aller Fakultäten müssen eine Fremdsprache belegen. Sie können Englisch, Deutsch, Französisch oder Arabisch wählen. Da wir nur zwei Lehrkräfte an der Deutschabteilung sind, können wir nicht für alle Studenten Kurse einrichten, die Deutsch wählen würden, sondern mussten uns auf die Studenten der Englischabteilung beschränken.

Ich unterrichte im Rahmen der afghanisch-deutschen Kulturgesellschaft einen Nachmittagskurs, in dem Teilnehmer von verschiedenen Fakultäten, aber auch von der Lucky 60 Gruppe sitzen. Die Lucky 60, das sind die besten Studenten der afghanischen Universitäten. Sie erhalten eine spezielle Förderung des Deutschen Austauschdienstes.

Die Arbeit macht mir großen Spaß und ich muss sagen unser Unterricht an der Deutschabteilung in Herat läuft sehr erfolgreich. Eine Studentin von mir gewann vor kurzem sogar ein Stipendium für ihre guten Leistungen.