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Vater des entführten Ajmal Naqshbandi sagt "Mein Sohn ist ein Journalist, nicht nur ein Übersetzer" und bittet um Freilassung

Soeben erhielt ich eine Email mit der Info, dass der Vater des zusammen mit dem bereits frei gelassenen Italiener Daniele Mastrogiacomo entführten Ajmals Naqshbandi NAI (http://nai.org.af) einen Brief überreichte. Darin fordert er, dass sein Sohn als Journalist bezeichnet wird. Hintergrund ist sicherlich, der Versuch die Aufmerksamkeit stärker auf seinen Sohn zu lenken und die verschiedenen Seiten dazu zu bringen, sich verstärkt, um das Freikommen des Afghanen zu bemühen. Viele Studenten mit denen ich über das Thema sprach, äußerten ihr Unverständnis über die Vorgänge.

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Glasscheiben und Besuch in meinem Container in Hezarak


Für meinen Container brauchte ich auch Glasscheiben für die Fenster. Arnold wollte die besorgen und mitbringen, kein Problem. Hat er aber nicht. Mir Shah, einer der Ingenieure meinte dann, ich könne die auch bei dem Schreiner Wudood bestellen. Das fand ich eine gute Idee, weil ich gerne die örtliche Wirtschaft unterstützen will. Habe also Wudood die Maße gegeben und er hat mir versprochen, das Glas zuzuschneiden.

Am nächsten Montag bin ich mit einem Auto nach Hezarak gefahren, mit Sadat, meinem Übersetzer, Assad, dem Übersetzer von Arnold, und dem Fahrer von Arnold. Das Dorf des Schreiners lag (fast) auf dem Weg, aber alle außer mir waren der Meinung, es sei besser, erst mal nach Mundul zu fahren. Zum Glück wusste ich ja von der Woche vorher, wo er genau wohnte und setzte mich gegen alle durch. Dickkopf halt, denn er war tatsächlich nicht da, hatte (angeblich) seine Werkstatt abgeschlossen und vor allem (wie sich hinterher herausstellte) hatte er auch weder Glas, noch Glas zugeschnitten. Ich war also immer noch ohne Glas und eher blamiert. Der Fahrer hat mir zum Glück drei Tage später aus der Stadt Glas besorgt, das auch (fast) gepasst hat.

In dieser Woche (ich hatte inzwischen die großen Containertore zugemacht und meine Tür eingebaut) kamen wieder eine ganze Menge Leute, um den Container zu sehen, z.B. ein ganz alter Schreiner. Der Hausmeister von NGE (der nur Dari und Pashtu kann), Nasim, kam zu mir und ließ mir über Sadat sagen, dass ich diese Leute nicht in den Container lassen dürfe, die wären gefährlich. Ich antwortete, dass ich niemanden aus meinem Container rausschmeißen würde, die sollten ruhig alle gucken kommen.

Wenig später kam Mir Wais, einer der Intellektuellen (der aber nur sehr schlecht Englisch kann) und wiederholte, ich dürfe diese Leute nicht in den Container lassen. Ich meinte daraufhin, ich möchte niemanden meinen Container verbieten. Es sei ihre Aufgabe, diese "gefährlichen" Leute gar nicht erst in den großen Hof zu lassen. Abends sprach ich das Thema noch einmal an. Die anderen waren sich in Grunde einig, dass ich nicht jeden in mein Zimmer lassen dürfe und ich war mir auch einig, dass ich diese Arbeit nicht machen will. Zudem ich das Gefühl hatte, dass zum Beispiel der alte Schreiner völlig in Ordnung war, nur irgendwelche finanziellen Probleme mit der NGO hatte (irgend jemand munkelte: Der will noch Geld für Fenster, die er gebaut hat.).

Zum Glück fiel mir der Lösungsvorschlag ein, dass immer, wenn jemand Fremdes in meinen Container kommt, ich Sadat frage (der ja von Hezarak ist) und der dann wiederum im Zweifelsfalle einen der Ingenieure fragt. Und der muss dann eben kommen und meinen Gast vor die Tür setzen, wenn sie das unbedingt wollen. Das sei in Ordnung, meinten sie.

22.Dezember

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Mit der chinesischen Maschine schaffst Du nicht mal ein Loch

Letzte Woche kam mich Arnold leider schon vormittags abholen. Dann habe ich zwar länger Wochenende, aber ich hatte es (nach einer Woche) endlich geschafft, Strom von dem großen Generator zu bekommen, der den anderen Schreinern gehört (der kleine Generator von NGE ist nämlich nicht stark genug für die Flex, mit der ich die Löcher in den Container schneiden will). Ich hatte also gerade angefangen, da kam Arnold und wollte auch sofort fahren.

Heute habe ich endlich wieder Strom bekommen und nach 20 weiteren Zentimetern war die Maschine kaputt. Ich hatte eine billigere chinesische Maschine gekauft, weil ich sie ja eigentlich nur für zwei, drei Stunden brauchte. Hans-Jürgen, der Heizungsbau- Entwicklungsdienst´ler brauchte seine selber. Arnold meinte schon: "Mit der chinesischen Maschine schaffst Du nicht mal ein Loch." Was habe ich geflucht! Die zweite Woche fast rum und ich habe immer noch keine Tür im Container. (Der Generatorschreiner war schon zu Hause, es war Schneetreiben (die Schneeflocken sind in den Container geflogen und ich konnte die gesägte "Tür" wegen Licht auch nicht ganz schließen), die Finger sind mir abgefallen vor Kälte und ich habe überlegt, woher ich eine Maschine bekommen soll. Voller Ärger bin ich Englisch stammelnd zu den Ingenieuren und habe um Hilfe gebeten. "What do you want us to do?" war die verständliche Frage von Hermid, nachdem ich mein Problem mehr oder weniger massiv geschildert hatte. Sie konnten ja auch nichts machen.

Na ja, dann habe ich versucht, die Maschine zu reparieren, auf relativ abenteuerliche Weise: ich dachte, sie muss ja nur noch ein paar weitere Zentimeter aushalten. Ich habe im Getriebe einen Spannring entfernt und irgendwo (anstelle einer U-Scheibe) etwas Draht hineingeflickt. Dann hatte ich aber keinen Strom mehr, der Schreiner wohnt drei Dörfer weiter und ich glaubte auch nicht, dass das funktionieren kann. Einer der Ingenieure wollte mir helfen, den Generator ohne den Schreiner zu starten, aber der hatte einen entscheidenden Schlüssel mitgenommen. Also sind wir mit dem Auto los ("wirklich kein Problem!" sagten sie ), um den Schlüssel zu holen: Zwischen zwei Bergen hindurch, an einer sprudelnden Quelle vorbei (die hat hier früher das ganze Gebiet versorgt, sagte der Ingenieur Mir Shah), das Bachbett entlang, den Hang hinauf, über eine große Ebene.

Ich komme mir vor wie in Nevada, zumindest wie ich es mir vorstelle: Die Ebene steinig, karg, ganz flach und im Hintergrund hohe, braune Berge mit Schnee. Am Rand der Berge drei Dörfer, eine Ansammlung dieser Lehmfestungen: hohe Mauern, darinnen die Häuser. Wir fahren auf eines zu, halten vor einem Tor (aus einem Container herausgeschnitten wie fast überall) und nach einigem Hupen und einiger Zeit kommt tatsächlich der Schreiner heraus, der auch mitkommt (was hatte er gerade getan? Hat er wirklich Zeit?)

Wir fahren aber vorerst nicht nach Hause, sondern biegen ab zu dem Bachbett, an dessen Rand eine etwa 4 Meter im Durchmesser und 5 Meter tiefe runde Grube ausgehoben ist. Auf dem Grund mauern zwei Männer an einer ebenfalls runden Mauer. Einer dieser Beiden friert so entsetzlich, dass ich ihm meine Jacke hinunterwerfen will. Mit dem Hinweis, er habe seine eigene Jacke dabei, werde ich gerade noch daran gehindert. Aber er will auch seine Jacke nicht anziehen, sondern friert weiter. Diese Gruben sollen später als Wasserspeicher die Bewässerung sicherstellen, ich habe aber nicht verstanden, wie.
Danach sind wir zurück zum NGE- Hof, der Schreiner schmeißt den Generator an (ich gebe ihm Extrageld, das er erst mal höflich wie alle Afghanen ablehnt) und die Flex funktioniert tatsächlich. Am nächsten Tag war es sogar möglich, noch die beiden Fensteröffnungen aus dem Container herauszutrennen.

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Mein Tagesablauf auf dem Schreinerhof in Afghanistan

Morgens gegen 6.00 Uhr wache ich spätestens auf. Um 6.00 Uhr dämmert es schon ein bisschen. Man sieht aber noch die unglaublich hellen und vielen Sterne. Quer über den Hof gehe ich zu jener Toilette, die aus lediglich einem Loch im Boden besteht. Irgendjemand trifft zu meinem Leidwesen noch nicht mal dieses Loch genau. Diese Toilette ist auch eher etwas für die Ingenieure, draußen, außerhalb des Hofes gehen einige der Anderen sich auf freiem Feld entleeren. Nach meinem Toilettengang wasche ich mich.

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Mein Tagesablauf auf dem Schreinerhof in Afghanistan

Morgens gegen 6.00 Uhr wache ich spätestens auf. Um 6.00 Uhr dämmert es schon ein bisschen. Man sieht aber noch die unglaublich hellen und vielen Sterne. Quer über den Hof gehe ich zu jener Toilette, die aus lediglich einem Loch im Boden besteht. Irgendjemand trifft zu meinem Leidwesen noch nicht mal dieses Loch genau. Diese Toilette ist auch eher etwas für die Ingenieure, draußen, außerhalb des Hofes gehen einige der Anderen sich auf freiem Feld entleeren. Nach meinem Toilettengang wasche ich mich.

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Dubai – Kabul

Um 5.30 Uhr ziehe ich aus dem „Dreamland Hotel“ in Dubai aus. Am Flughafen treffe ich Jeff wieder. „Did you sleep well?“ „Oh my god! This Iranian lady last night!“, antwortet er. Offensichtlich hat er in der letzten Nacht nicht geschlafen. Wir checken in. Etwas verwirrend hier. Ein älterer Afghane in traditioneller Kleidung findet sich auch nicht zurecht. „Hey Dude back there is the end!“, weist Jeff ihn zurecht.

Dubai – Kabul

5.30 Uhr ziehe ich aus dem „Dreamland Hotel“ in Dubai aus. Am Flughafen treffe ich Jeff wieder. „Did you sleep well?“ „Oh my god! This Iranian lady last night!“, antwortet er. Offensichtlich hat er in der letzten Nacht nicht geschlafen. Wir checken in. Etwas verwirrend hier. Ein älterer Afghane in traditioneller Kleidung findet sich auch nicht zurecht. „Hey Dude back there is the end!“, weist Jeff ihn zurecht. Der Flug nach Kabul mit Kam Air: Neben mir sitzt John aus Südafrika. Er arbeitet als Leibwächter für den japanischen Botschafter. Auf den Stühlen weiter rechts sitzt ein Afghane.

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