Jung-Geun Oh überwindet Zwischenräume.. Warum ich das interessant finde?

Jung-Geun Oh ist ein Maler. Er hat ein Basecap auf und sieht so irgendwie auch jünger aus, als er ist. Nimmt er sein Basecap ab, sieht er irgendwie fast älter aus, als er eigentlich ist. Also, er ist 36 Jahre und er hat eine Frau, Yoon-Jung CHO. Sie ist ebenfalls Malerin. Dann hat er einen Sohn, In-Hwan OH. Er ist vier Jahre alt. Gestern hat mir Jiyoung von ihm erzählt und ich wollte ihn unbedingt kennenlernen. Seine Geschichte faszinierte mich sofort. Zusammen mit seiner Frau hatte er beschlossen nach Deutschland zu kommen. Sie haben ihr Haus verkauft und alles in Korea zurück gelassen, nur um in Berlin weiter Malerei zu studieren. Sechs Jahre wollen sie hier bleiben. Warum ich das interessant finde? Nun, wer macht das schon, einfach so wegzugehen und etwas Neues anzufangen? Es ist normal als Erasmusstudent einige Zeit wegzugehen, aber wer schon Familie und Kinder hat.. Jung-Geun möchte zuerst deutsch lernen, um sich besser ausdrücken zu können und in einer Meisterklasse studieren zu können. Trotz der Sprachbarriere versteht er es schon jetzt einem begreiflich zu machen, was ihn bewegt. Er spricht von der Widerspiegelung seiner selbst in seinen Werken und von den „Zwischenräumen“. Das interessiert ihn. Das ist sein Thema. Der Zwischenraum. Wenn ihn etwas inspiriert, beschäftigt er sich zunächst lange mit dieser Sache. Erst dann wählt er eine Form des Ausdrucks und das Material, das diese Idee für ihn am besten verdeutlichen kann. Holz, Papier Karton sind seine Werkstoffe. Installationen, Aquarelle, Ölbilder, lithografische Drucke, alle diese Formen nutzt er. Seine Werke hängen in Seoul, Tokio und Beijing. Besonders beeindruckend finde ich seine Holzdrucke. An einem Holzdruck über eine ursprünglich traditionelle Straße in Seoul, Insadong, arbeitete er fast zwei Jahre. Faszinierend! Ja! Und Jung-Geun Oh ist ein faszinierender Mensch, der sein Leben selbst bestimmt! ...und dafür alle Zwischenräume überwindet.