Fidels 80. Geburtstag

Der Geburtstag Fidels ist am 13. August 1926. Pünktlich zu seinem Jahrestag gibt es jährlich große Feierlichkeiten, an denen alle Kubaner mehr oder weniger freiwillig teilnehmen. Koordiniert wird diese Teilnahme durch die CDRs, die Komitees zur Verteidigung der Revolution, eine der großen Organisationen, der fast alle Kubaner angehören (Mitgliedschaft etwa 90% der Bevölkerung).

Auf Grund des Gesundheitszustands des Maximo Lider waren Feierlichkeiten bisher nicht angebracht. Da es ihm mittlerweile angeblich etwas besser geht, so zumindest die Pressemeldungen in den letzten Monaten, hat man beschlossen, seinen Geburtstag nachzufeiern. Als Ausweichdatum hat man den 2. Dezember gewählt, das Datum, an dem Fidel und seine Revolutionäre im Jahre 1958 mit ihrem Boot, der Grandma, von Mexiko nach Kuba übersetzten.

Konkret sahen die Feierlichkeiten so aus, dass innerhalb jeden Blocks auf der Straße eine typisch kubanische Suppe, die Caldoza, gekocht wurde. Dazu wurde Kuchen gereicht und auch Erfrischungsgetränke. Auf den Transparenten neben den Ständen waren reichlich Glückwünsche zu lesen: „Fidel für immer“ oder „Wir bleiben Dir treu, Fidel“.

Dass der Jefe sich an seinem Ehrentag aber weder im Fernsehen noch im Radio präsentierte und dieser Tag auch sonst völlig ereignislos verstrich, beunruhigt(e) die Kubaner doch merklich. Man beginnt zu mauscheln. Die größte Angst, die alle haben, ist der Tod des Kommandanten. Warum? Weil Politik „nach Fidel“ nie öffentlich thematisiert wurde und alle Angst vor einem abrupten Wechsel haben. Angst davor, dass das Wenige, was die Gesellschaft ihnen bietet, auch noch verloren geht. Interessant erscheint an dieser Stelle die unglaublich starke Medienpräsenz Hugo Chavez’, dessen Politik hier täglich in den Nachrichten gehuldigt wird. Vielleicht kommt „die Lösung danach“ gar nicht aus Kuba?!