Dubai – Kabul

5.30 Uhr ziehe ich aus dem „Dreamland Hotel“ in Dubai aus. Am Flughafen treffe ich Jeff wieder. „Did you sleep well?“ „Oh my god! This Iranian lady last night!“, antwortet er. Offensichtlich hat er in der letzten Nacht nicht geschlafen. Wir checken in. Etwas verwirrend hier. Ein älterer Afghane in traditioneller Kleidung findet sich auch nicht zurecht. „Hey Dude back there is the end!“, weist Jeff ihn zurecht. Der Flug nach Kabul mit Kam Air: Neben mir sitzt John aus Südafrika. Er arbeitet als Leibwächter für den japanischen Botschafter. Auf den Stühlen weiter rechts sitzt ein Afghane. Wir haben zwei Stewards und zwei Stewardess ohne Kopftuch. Eine der Flugbegleiterinnen ist Türkin. Sie hat das offensichtlich alles im Griff hier. Die Maschine ist etwa zu 2/3 besetzt. Stundenlang sehe ich nichts als Berge - graue, braune und schneebedeckte Berge Afghanistans soweit das Auge reicht. Bei der Landung fliegen wir sehr nah an den Bergen Kabuls vorbei. Die militärische Zone des Flughafens ist riesig. Nach dem Aussteigen erst mal keine Fotos mehr, das ist sicherer. Draußen kommt ein Bus Marke Ikarus, die kenne ich von früher. Überall hektische Soldaten mit Gewehren auf der Schulter. Ich stelle mich an der Schlange an, aber nach ein paar Minuten holt mich eine Sicherheitsbeamtin vor. Sirous erwartet mich dort. Er ist Angestellter bei Ariana, der afghanischen Fluggesellschaft, und wurde von Freunden geschickt um mich abzuholen. Die Zeiteinsparung von 15 Minuten soll mich dann auch gleich 20 Dollar kosten. Jemand hatte in der Zwischenzeit meinen Pass gestempelt und da ich nicht warten musste, soll ich jetzt bezahlen. Das finde ich ziemlich teuer. Ich frage Sirous, ob ich wirklich etwas geben muss, aber er weiß auch nicht so recht. Ich habe keine Dollar und gebe ihm 15 Euro, womit er nicht zufrieden ist. Er will mehr. Hm. Das fängt ja gut an hier. Am Flughafen-Gebäude gibt es zwei riesige Plakate, eines mit Massud und eins mit Karzai. In das Gebäude dürfen nur Fluggäste und Sicherheitskräfte. Die anderen müssen draußen warten. Der Fahrer des Goethe-Instituts steht mit einem Schild vor dem Eingang. Auf der Straße vom Flughafen gibt es sehr viele Soldaten mit Gewehren. Der Krieg ist allgegenwärtig.

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