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Erlebnismilieus in der Erlebnisgesellschaft

Fünf Varianten der Erlebnisorientierung geben den Anfang von fünf Erlebnismilieus Gerhard Schulzes: das Niveaumilieu, das Integrationsmilieu, das Harmoniemilieu, das Selbstverwirklichungs- und das Unterhaltungsmilieu. Die Hauptkriterien, die die Milieus voneinander unterscheiden sind: Alter, Bildung und Lebensstil. Zu den älteren Milieus gehören: Niveaumilieu, Integrationsmilieu und Harmoniemilieu. Hauptunterschiede zwischen den dreien sind der Bildungsgrad und das Verhältnis zu dem Trivial- und Hochkulturschema.

Aufbau der frühchristlichen Gesellschaft und die Würde des Menschen

Das jeder Mensch würdevoll zu behandeln ist und alle vor dem Gesetz gleich sind, ist für uns keine Neuigkeit, war jedoch in frühchristlicher Zeit, wo Sklaven gehandelt, geschlagen und gekauft wurden, nicht selbstverständlich. Aus diesem Grund ist die Beleuchtung der frühchristlichen Gesellschaft für das Verständnis von Würde, wie wir sie heute verstehen, wichtig. Denken wir über die Würde nach, bemerken wir rasch, dass das frühchristliche Material in deutlichem Kontrast zu unseren von individualistischen Vorstellungen geprägten Empfinden steht (vgl. Lampe, 2001: 288f).

Gerhard Schulzes Modell der Erlebnismilieus

Um Zielgruppen „zu entlarven“ und die Unternehmenskommunikation nach Außen zu erleichtern, bedient sich die Wirtschaft moderner soziologischer Modelle. Eines dieser Modelle bildet der Ansatz von Gerhard Schulze. Schulze ist es gelungen, in einer Zeit, die als Individualisierungsphase angesehen wird, soziale Gruppen zu entdecken, deren Mitglieder sich „durch erhöhte Binnenkommunikation auszeichnen und typische Existenzformen aufweisen“ (G. Schulze, 1993, S. 15). Diese Gruppen treten bei Schulze als Erlebnismilieus in Erscheinung, die sich durch charakteritische Lebenstile und bestimmte Ausprägungen von Lebensalter und Bildung darstellen lassen.

Die Erlebnisgesellschaft und der Markt

Die letzten Jahrzehnte haben viele Veränderungen in Lebensstil und –auffassung von Menschen rund um den Globus mit sich gebracht. Das „wirtschaftliche Wunder“ in vielen Teilen der Welt und die rasante Entwicklung von Technologie und Wissenschaft haben erhebliche Verbesserungen und Erleichterungen in unsere Existenz eingeführt. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft mit hohem Lebensstandard, deren Mitglieder, nachdem sie die Bedürfnisse aus der untersten Stufe der Maslow-Pyramide gedeckt haben, sich anderen Bereichen des Lebens widmen können, wie bspw. Hobbys, Sport, Kultur und Unterhaltung. Dabei werden auch diese Bereiche von Marktregeln beherrscht und stellen dem Verbraucher ein riesiges Angebot an Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. Das Konzept der Erlebnismilieus von Schulze scheint wie geschaffen für unsere Zeiten, wo „Erleben“ zu einem Handlungsimperativ wird und wo alle Produkt- und Dienstleistungsanbieter mit schönen Erlebnissen locken.

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Metacity Südkorea - Überall Stadt

Trotz der Dezentralisierungspolitik der südkoreanischen Regierung seit den frühen sechziger Jahren wuchs die Region in und um die Hauptstadt Seoul kontinuierlich. Inzwischen liegt die Einwohnerzahl der Metropole bei 10,3 Millionen – das ist viermal mehr als zu Beginn der Maßnahmen. Ungeachtet dessen versucht die Regierung seit 1980 mittels ihrer National Land Development Plans, neue Stadtgründungen außerhalb dieser Region voranzutreiben. Dies gelingt ihr bedingt: Seoul und Umgebung stehen, was die Bevölkerungszahl angeht, an dritter Stelle der weltweit größten Metropolregionen – nur Tokio und Mexiko-Stadt sind noch (geringfügig) größer.

Sokcho, Provinz Kangwon-Do, Häuserblick
Sokcho, Provinz Kangwon-Do, Häuserblick

Insgesamt ist Südkorea, das auf Grund seines rasanten Wirtschaftswachstums zu den so genannten „Tigerstaaten“ gehört, ein stark urbanisiertes Land: 80 Prozent der Bevölkerung leben in Städten, die meisten davon im Seoul-Busan-Korridor. Hier liegen auch die größten Städte des Landes: Incheon (2,5 Mio.), Daejeon (1,44 Mio.), Daegu (2,5 Mio.) und Busan (3,68 Mio.).


Seoul, Provinz Seongbuk-gu
Seoul, Seongbuk-gu

Sokcho, Provinz Kangwon-Do
Sokcho, Provinz Kangwon-Do

Seitdem der Hochgeschwindigkeitszug KTX im Jahr 2004 in Betrieb gegangen ist, braucht man für die Strecke zwischen der nördlichsten (Seoul) und der südlichsten Großstadt (Busan) des Landes nur noch zwei Stunden und 40 Minuten. Die Verbesserung von Infrastruktur und Verkehr, aber auch die verhältnismäßig kleine Fläche des Landes (keine 100 Quadratkilometer) bei gleichzeitig starkem Bevölkerungswachstum tragen zur hohen Verdichtung Südkoreas bei. Die Entwicklung des Landes steuert auf eine Zukunft hin, in der die gesamte Halbinsel zu einer einzigen riesigen „Metacity“ zusammenwächst.

Gyeongju, Provinz Gyeongsangbuk-Do
Gyeongju, Provinz Gyeongsangbuk-Do

Spätestens hier haben sich traditionelle stadt- und landschaftsplanerische Konzepte der Trennung von Stadt und Land überholt: Mit dem Ineinanderwachsen des urbanen Raums auf regionalem Maßstab wird das Bild der kompakten Stadt, die sich gegen die Landschaft abgrenzt, obsolet. Die Landschaft wird verstädtert, die Grenze zwischen urbanem und ländlichem Raum verwischt.

Seoul, Provinz Seongdong-gu
Seoul, Seongdong-gu

 

Seoul, Provinz Gwangjin-Gu
Seoul, Gwangjin-Gu

Die massive Suburbanisierung an den Rändern der großen Städte führt nicht nur zu deren Vergrößerung, sondern macht die umgebende Landschaft zu etwas, was weder eindeutig städtisch noch ländlich genannt werden kann. Mit dem Verlust der Landschaft geht gleichzeitig aber auch ein Verlust der Stadt und ihrer zentralisierenden Funktion einher: Sie fließt quasi in die Landschaft hinein. Mit der Verwandlung der gesamten südkoreanischen Halbinsel in eine Metacity wird die Hauptstadt Seoul und ihre Region schließlich doch noch dezentralisiert.


Das Interesse am koreanischen Kino zog den norddeutschen Fotografen und Filmemacher Nils Clauss (www.kotau.com), Jahrgang 1976, nach Seoul. Hier lebt er seit November 2005. Die Fotografien entstanden innerhalb des letzten Jahres.

 

Die Periodo Especial en el Tiempo de Paz - Reaktion auf den Zerfall des sozialistischen Lagers

Anfang der 90er Jahre wurde durch die Regierung Fidels als Reaktion auf den Zerfall des sozialistischen Lagers eine Sonderperiode in Friedenszeiten ausgerufen. Da der Handel mit den ehemaligen sozialistischen Staaten etwa 80% des Bruttosozialprodukts ausmachte, stand das Land praktisch vor dem Ruin. Ziel des Programms war es, die kubanische Bevölkerung trotz der Problemlage mit Gesundheitsgütern, Bildung und Lebensmitteln zu versorgen, sowie für eine strategische Neuausrichtung der Wirtschaft zu sorgen (Tourismus).

Linux, Open Source und die Philosophie der Free Software Foundation

Als Linus Torvalds, Student an der Universität in Helsinki, am 25.August 1991 auf der Newsgroup[1] comp.os.minix mit „I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones“[2] sein Linux-Projekt zum ersten Mal öffentlich ankündigte, gab er damit nicht nur den Startschuss zur Entwicklung des ersten freien Kernels, auf dem GNU laufen sollte, sondern begann auch das erste große Softwareprojekt, das fast ausschließlich über das Internet koordiniert werden sollte. Anders als Stallman wollte er mit diesem Projekt jedoch nicht die Welt verändern, sondern lediglich ein persönliches Bedürfnis befriedigen und das Ergebnis und die Arbeit daran mit anderen teilen.

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