Wissen

Offiziell keine Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen in Santa Clara, Kuba

Ein weiterer Höhepunkt in den vergangen Wochen war der Besuch der Abschlussveranstaltung des Stadtentwicklungsprojekts (ASA). Das Ziel des Engagements der deutschen Entwicklungshelfer auf Makroebene war es den Grundstein für die nur in Keimen existierende kubanische Zivilgesellschaft zu legen.

Freie Software als philosophisches Konzept

Wenn im Zusammenhang mit Software von „Freiheit“ gesprochen wird, bedarf diese Verbindung einer Erklärung, da sich der Inhalt nicht allein durch die Worte erschließt. Besonders im Englischen, wo das Wort „free“ in Verbindung mit Dingen, die normalerweise verkauft werden, sofort die Assoziation des „umsonst“ hervorruft, muss geklärt werden, was „frei“ in diesem Zusammenhang bedeutet.

Kategorien:

Freie Software: Freiheit, Zusammenarbeit und Gemeinschaft

In diesem Beitrag geht es um Richard Stallmans Vorstellungen von Freiheit in Bezug auf Software und das GNU-Projekt. Die Geschichte der Freien Software und des GNU-Projektes beginnt mit einer Anekdote, die die Veränderungen in der Welt der Software beschreibt.

Kategorien:

Völkermord in Ruanda: Ethnisches Bewusstsein als Grundlage für die Durchsetzung von Machtinteressen

Tatsächlich ging es bei dem Völkermord in Ruanda 1994 um Machtkämpfe bei denen die Ethnizität lediglich gebraucht wurde, um ein Bewusstsein, ein Wir-Gefühl zu beschwören.  Hierdurch konnte die Grundlage für die Durchsetzung von Machtinteressen geschaffen werden.

Direkt nach dem Völkermord in Ruanda 1994 trat eine Empörungswelle der westlichen Welt los. Man verstand nicht, wie sich in einem Volk mit der gleichen Geschichte, Kultur und Sprache zwei so voneinander abstoßende Pole bilden konnten. Doch untersucht man die Geschichte Ruandas und die klare Rassentrennung der Kolonialherren, so wird schnell deutlich, dass die ersten Weichen für den Konflikt bereits im Jahr 1894 gestellt wurden – mit dem Beginn der Erforschung des Landes durch die Europäer und der anschließenden Kolonialisierung. Heute lässt sich feststellen: Die Kolonialherren haben durch die Einteilung der ruandischen Bevölkerung in Rassen die entscheidende Rolle bei der Grundsteinlegung des Konfliktes gespielt. Dabei waren ihnen nicht im Geringsten geschichtliche und kulturelle Wurzeln des Landes und dessen Bewohner bekannt. Doch auch durch die Medien verstärkte sich der gegenseitige „Rassenhass“. Diese haben die Vervielfältigung schriftlicher Hetzparolen, sowie mündliche, menschenrechtsverletzende Anschuldigungen von Radiosprechern zu verantworten. Der aufkeimende Völkermord wurde durch die Medien immer weiter vorangetrieben und so auch unterstützt. Sie markierten in Ansprachen die klare und bewusste Trennung beider „Ethnien“; jeder, der sich nicht als eines der beiden identifizieren konnte, wurde zum Staatsfeind erklärt. Die ethnische Politisierung fand so ihren Höhepunkt, da ein gegeneinander kämpfen fast zwanghaft wurde. Alle politischen Ziele wurden auf die Ebene der ethnischen Zugehörigkeit verlagert. 

Nationale Narrative und Globalisierungskritiker in Australien

In diesem Beitrag geht es um die in Australien kanonischen Nationalmythen, die ihrem ursprünglichen Gehalt nach antiautoritär und aufrührerisch sind, Ned Kelly, die Eureka Stockade und andere.[1] Es soll untersucht werden, inwieweit diese Narrative heute noch wie und für wen wirksam sind; mit speziellem Augenmerk auf den Grad des Einflusses, den sie auf heutige politische Aktivisten haben, die alternative Visionen zum australischen politischen und ökonomischen Mainstream vertreten und sich vor allem im Jahr 2000 gegen weitere Angleichung des Landes an die Vorgaben internationaler Wirtschaftsorganisationen wie der Welthandelsorganisation (WTO) gerichtet haben.

Insbesondere geht es hier darum herauszufinden, wie das Verhältnis australischer Globalisierungskritiker zu Ned Kelly und zu Eureka aussieht. Um dieser Frage nachzugehen, habe ich vier Monate in Melbourne zur Feldforschung und Abfassung dieser Arbeit genutzt. Sie basieren auf meinen Erwägungen und der Rezeption der Literatur, wie ich sie hier in Australien vorgefunden habe. Von den Antworten und Ergebnissen, wie ich sie im Weiteren entwickeln werde, erhoffe ich mir eine Erweiterung unseres Verständnisses der australischen Gesellschaft in unserer Zeit. Australien ist eine junge Nation. Fragen der kulturellen Identität, der Demokratie und des Umgangs mit Minderheiten berühren Kernsensibilitäten der Bevölkerung und bestimmen täglich neu den Gegenstand der öffentlichen Debatte. Wie ich zeigen werde, ist die Interpretation der Vergangenheit und ihre Nutzbarmachung für aktuelle politische Machtfragen ein umstrittenes Feld. Aber gerade deshalb erscheint mir ein eingehender Blick darauf besonders viel versprechend für unseren Erkenntnisgewinn. Im Letzten geht es darum, wie sich Australier selbst sehen, und was sie antreibt, wenn sie sich am Gemeinwesen beteiligen.

Dem Hauptanliegen dieses Beitrags liegt eine Beobachtung zugrunde, die zunächst einmal jeder Besucher des Landes ohne größere Umstände machen kann. Zum Kanon dessen, was man wissen muss, um Australier zu sein, zum australischen kulturellen Kapital, gehören Geschichten und historische Begebenheiten, die ihrem ursprünglichen Gehalt nach nicht staatstragend sind. Es sind Erzählungen von „underdogs“, die gegen gewaltige Übermacht kämpfen und untergehen. Die bekannteste populär-historische Figur im Land ist Ned Kelly, ein Räuber und Pferdedieb, der angeblich den Reichen nahm, um es den Armen zu geben, Polizisten erschoss und zu seinem legendären letzten Gefecht in einem Stahlpanzer erschien, und schließlich erhängt wurde. Dieses Jahr wird der 150. Jahrestag der sog. „Eureka Stockade“ begangen, dem Aufstand von Goldsuchern gegen ein von den britischen Kolonialautoritäten eingeführten Lizenzsystems, der in weitreichenden demokratischen Forderungen mündete – nur um in einem halbstündigen Gefecht niedergeschlagen zu werden. Das Lied Waltzing Matilda hat mittlerweile den Status einer semi-offiziellen zweiten Nationalhymne erreicht. Es wird zu großen öffentlichen Anlässen, wie etwa Sportereignissen oder politischen Versammlungen, gleich nach der offiziellen Hymne intoniert. Der Text erzählt die Geschichte eines Schafdiebes im australischen Busch, der dem Zugriff durch die Polizei durch seinen Selbstmord entkommt. Im Refrain werden alle Zuhörer aufgefordert, ihm in seinen diebischen Aktivitäten nachzueifern.

Hetzmedien als Weichensteller für den Völkermord in Ruanda

Hetzmedien bestimmten in den 90er Jahren das politische Klima in ganz Ruanda. Zuerst unterschätze man ihre Wirksamkeit und den Einfluss, den sie auf die Politik ausübten. Doch heute ist klar, dass sie die Konfliktsituationen und Auseinandersetzungen beider „Ethnien“ geradezu herbeischworen und so einen bedeutsamen Weichensteller für den Völkermord darstellten.

Politische Parteien und die Entwicklung nach der Unabhängigkeit Ruandas

Am 1. Juli 1962 wurde Ruanda von Belgien in die Unabhängigkeit entlassen. Durch die politischen Geschehnisse während der letzten Jahre der belgischen Kolonialherrschaft waren klare ethnische Grenzziehungen zwischen den Hutu und Tutsi gezogen worden. Immer mehr politische Organisationen gründeten sich, bei denen die Mitglieder entweder Hutu oder Tutsi waren; in keiner Organisation hat man Mitglieder beider Ethnien antreffen können. So war in  jedem Bündnis die neu „entstandene“ Ethnizität das einzige Merkmal, welches die Mitglieder zusammenhielt. Die politischen Interessen gründeten sich also auf ethnischem Hintergrund.

Pages

Subscribe to RSS - Wissen