Medien- und Informationspolitik in Kuba

Ich bin erschreckt darüber wie reglementiert Informationen hier an die Öffentlichkeit gelangen. Kontakte in’s Ausland werden über die Preise der Telekommunikationsmittel geschickt unterbunden, eine Stunde WWW im (monopolistischen) Internetcafe, im lokalen Telepunto, kostet 6 Dollar und somit etwa ein Drittel Durchschnittsgehalt, mitgebrachte Speichermedien sind dort verboten. Ein Telefongespräch nach Deutschland etwa kostet rund 4.5 Dollar pro Minute. Häusliche Internetanschlüsse und Mobilfunkverträge sind grundsätzlich nur Ausländern und Privilegierten zugänglich. Ich könnte mir also für bescheidene 150 Dollar monatlich (plus 100 Dollar Anmeldegebühren) eine 56k-Flatrate zulegen, würde ich denn in einer offiziellen Unterkunft wohnen, deren Adresse ich auch im Laden angeben könnte.

Die öffentlichen Medien werden bestimmt durch eine Lokalausgabe und eine landesweite Zeitung (Granma), sowie ein bis zwei öffentliche Fernsehsender. Alle sind direkt der PCC, also der Partei, unterstellt und es existiert ein Gremium, das Departamento de Orientación Revolucionaria, welches alle negativen Meldungen über Prostitution, Armut, Selbstmord, Arbeitslosigkeit und Machtspiele gekonnt totschweigt. Dementsprechend zügig ist man mit dem Inhalt der Nachrichten vertraut und die Abwechslung hält sich in Grenzen.

Als Kontrast dazu gibt es noch einen amerikanischen Radiosender mit Basis in Miami, Radio Martí, dieser betreibt dasselbe Spiel mit umgekehrten Vorzeichen und beschallt Kuba mit allerlei Hetze gegen die Regierung in Havanna.

Internationale Presse lässt sich hier nicht beschaffen. Die Funktionäre werden durch eine Zeitung, das Panorama Mundial, mit Informationen versorgt, diese gibt es je nach Hierarchie der Funktionäre noch einmal in drei unterschiedlich langen Versionen.