Varadero - Willkommen in Kubas „Westeuropa“

Um auch einmal in die touristische Welt Kubas einzudringen, besuchte ich vor Kurzem Varadero. Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hotel tauchte man in eine künstliche Welt des Reichtums.

Die Ressorts bestückt mit Springbrunnen, bunten Blumenbeeten und teuren Designermöbeln lassen das westliche Herz höher schlagen. Auf einmal tauchen wieder einige schwarze Luxuskarossen auf, am Hafen liegen Hochseekatamarane und gerade kommt mir eine Kolonne von Geländewagen entgegen, sicher eine organisierte Jeep Safari.

Die Ausstattung des Hotels lässt keine Wünsche offen und ich stelle mir die Frage, wie man dieses Unterfangen bewerkstelligen konnte, wenn im Rest des Landes nicht einmal das Wasser fließt und sich ein guter Teil der Bevölkerung mit täglichen Stromausfällen quält.

Wer in Varadero war, kennt Kuba nicht! Es gibt keinen historischen Stadtkern, kein kubanisches Flair, eigentlich nicht einmal richtige Kubaner. Die Angestellten im Hotel sprechen jede Person in fließendem Englisch, Deutsch oder Französisch an. Eine perfekte Inszenierung für das internationale Publikum. Zugegebenermaßen genoss ich nach etwa 2 Monaten enthaltsamen Lebens die Fülle des Angebots in vollen Zügen. Es gab frische Shrimps, geräucherten Lachs, eine gute Auswahl Gemüse und viele schmackhafte andere Sachen, deren Beschaffung im Inland nur unter größten Schwierigkeiten möglich ist.

Comments

Hallo, ich war im Jahr 2000 für 6 Monate an der Universität in Santa Clara und kann vieles was du hier schreibst genau nachvollziehen. Wobei ich sogar das Gefühl habe das sich die Situation (Versorgung/öffentlicher Nahverkehr usw. )wie schon seit der Perioda especial seit 2000 weiter verbessert hat.