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Völkermord in Ruanda: Ethnisches Bewusstsein als Grundlage für die Durchsetzung von Machtinteressen

Tatsächlich ging es bei dem Völkermord in Ruanda 1994 um Machtkämpfe bei denen die Ethnizität lediglich gebraucht wurde, um ein Bewusstsein, ein Wir-Gefühl zu beschwören.  Hierdurch konnte die Grundlage für die Durchsetzung von Machtinteressen geschaffen werden.

Direkt nach dem Völkermord in Ruanda 1994 trat eine Empörungswelle der westlichen Welt los. Man verstand nicht, wie sich in einem Volk mit der gleichen Geschichte, Kultur und Sprache zwei so voneinander abstoßende Pole bilden konnten. Doch untersucht man die Geschichte Ruandas und die klare Rassentrennung der Kolonialherren, so wird schnell deutlich, dass die ersten Weichen für den Konflikt bereits im Jahr 1894 gestellt wurden – mit dem Beginn der Erforschung des Landes durch die Europäer und der anschließenden Kolonialisierung. Heute lässt sich feststellen: Die Kolonialherren haben durch die Einteilung der ruandischen Bevölkerung in Rassen die entscheidende Rolle bei der Grundsteinlegung des Konfliktes gespielt. Dabei waren ihnen nicht im Geringsten geschichtliche und kulturelle Wurzeln des Landes und dessen Bewohner bekannt. Doch auch durch die Medien verstärkte sich der gegenseitige „Rassenhass“. Diese haben die Vervielfältigung schriftlicher Hetzparolen, sowie mündliche, menschenrechtsverletzende Anschuldigungen von Radiosprechern zu verantworten. Der aufkeimende Völkermord wurde durch die Medien immer weiter vorangetrieben und so auch unterstützt. Sie markierten in Ansprachen die klare und bewusste Trennung beider „Ethnien“; jeder, der sich nicht als eines der beiden identifizieren konnte, wurde zum Staatsfeind erklärt. Die ethnische Politisierung fand so ihren Höhepunkt, da ein gegeneinander kämpfen fast zwanghaft wurde. Alle politischen Ziele wurden auf die Ebene der ethnischen Zugehörigkeit verlagert. 

Können Ethnien gemacht werden? Die Ursachen des Völkermords in Ruanda in der Kolonialpolitik

Der Völkermord in Ruanda gegen die Tutsi und moderate Hutu im Juli 1994 ereignete sich erst vor elf Jahren. Über eine halbe Millionen Menschen kamen innerhalb eines Monats ums Leben und fast 3 Millionen waren auf der Flucht.

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