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Videoüberwachung am Beispiel Londons: Zwischen Sicherheitswahn und Überwachungsparanoia

Autoren: Matthias Feulner, Malkolm Johnsson-Zahn
Die omnipräsente Überwachung durch CCTV - Closed-circuit television zu deutsch Videoüberwachungsanlagen – konnte die Anschläge 2005 in London nicht verhindern. Dennoch fordern einige Politiker auch in Deutschland immer vehementer den Einsatz von CCTV – mit der Begründung die Schuldigen nach der Analyse der Bilder ausfindig machen zu können. Bei näherer Analyse der Diskussion ist das Verständnis des Einsatzes und der Auswirkungen von Videoüberwachungsanlagen jedoch oft nur als unzureichend zu charakterisieren. Am Beispiel des Einsatzes von CCTV-Anlagen in London mit mittlerweile mehr als 1200 Kameras sollen in diesem Beitrag die Folgen der Installation umfassender Systeme näher untersucht werden. Hierzu werden die Geschehnisse rund um die Anschläge 2005 in London nachvollzogen - vom Anschlag auf das Nahverkehrssystem, dem folgenden fehlgeschlagenen Anschlag und der Erschießung eines Unschuldigen durch die Polizei – und im Kontext der Argument für eine Videoüberwachung beleuchtet. Die Videoüberwachung in London ist allerorts präsent. In der Oxford Street überwacht ein System für 500,000₤ Passanten. In der U-Bahn und in Bussen werden bis zu 4,5 Millionen Fahrgäste pro Tag videoobserviert. Weiterhin gibt es Kameras an Bushaltestellen und im Straßenraum. Im Hinblick auf die Erfahrungen mit CCTV in London werden folgend die Annahmen die den Einsatz von CCTV befürworten – Abschreckung, effiziente Entsendung, Selbstdisziplinierung, Kriminalitätsaufklärung – hinterfragt und die Folgen des Kameraeinsatzes aufgezeigt. Hierzu zählen die Aufgabe von Eigenverantwortung, überfordertes und gelangweiltes Sicherheitspersonal und die Rolle von Kameras als Angstmacher. Nicht zuletzt muss in diesem Zusammenhang auch die Kameraüberwachung als der perfekte Disziplinierungsapparat (Focault) und als eine Manifestation einer generellen Ausdehnung von Macht sowie als eine politische Technik für die Produktion gehorsamer Individuen diskutiert werden.

Chronologie der Ereignisse in London im Sommer 2005:

7.7.2005: Anschlag auf Londons Nahverkehrssystem

Am Morgen des 07. Juli 2005 zünden vier Selbstmordattentäter, so genannte ‚Rucksackbomber’, den aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen herstellbaren aber sehr instabilen Sprengstoff HMTD im Londoner Nahverkehrssystem und töten dadurch 56 Menschen und verletzen 700. Fast zeitgleich erschüttern an jenem Tag drei Detonationen die Londoner Subway. Die Bombe im Zug 311, der auf der Picadilly-Linie vom Bahnhof King’s Cross kommend in Richtung Russell Square unterwegs war, explodiert an den hinteren Türen des ersten Waggons und reißt 26 Menschen und den Attentäter, den 19 Jahre alten Germaine Lindsay in den Tod (Vgl. BBC News (2005), InDepth. London Attacks). Die zweite Bombe, gezündet vom 24 Jahre alten Shehzad Tanweer im zweiten Waggon des Zuges 204, der auf der Ringlinie vom Bahnhof Liverpool Street in Richtung Aldgate unterwegs war, tötet sieben Menschen und den Attentäter und verletzt 100 Menschen, mindestens zehn davon schwer. Weitere sieben Menschen sterben bei der dritten Detonation, verursacht durch den 30 Jahre alten Mohammad Sidique Khan an der Edgware Road auf der Circle-Linie. Die vierte Detonation fordert knapp eine Stunde später in einem Doppeldeckerbus am Tavistock Square weitere 13 Todesopfer. Der 18-jährige Hasib Hussain zündete diese Bombe. Aufgrund der Vorfälle wurden zunächst viele U-Bahn-Stationen evakuiert und das gesamte Bus- und U-Bahn-Netz stillgelegt. Am Abend wurde der öffentliche Verkehr teilweise wieder aufgenommen. Das Bankenviertel und weit über 40 Straßen blieben zeitweise gesperrt. Der Handel an der Londoner Börse wurde ausgesetzt. Später wurden die vier Terroristen auf Videoaufnahmen der U-Bahn-Bereiche gefunden und konnten identifiziert werden.

Australische Nationalnarrative: Die Eureka Stockade

In den frühen Morgenstunden des 3. Dezembers 1854 wurden ca. 200 aufständische Goldsucher, die sich in einer improvisierten Barrikade (stockade) in der Nähe von Ballarat verschanzt hatten, von einer Attacke durch Regierungstruppen und Polizeibataillone überrascht. Nach einem heftigen Kampf von etwa 20 Minuten war alles vorüber und die Rebellion niedergeschlagen. Insgesamt gab es 60 Todesopfer, 46 bei den Verteidigern und 14 auf der Seite der Angreifer. Die überlebenden Aufständischen wurden in Gewahrsam genommen. Viele weitere wurden verletzt, unter ihnen der Anführer der Rebellen, Peter Lalor, der mithilfe von Freunden und Sympathisanten in der Bevölkerung aber zunächst der Festnahme entgehen konnte, nur um einige Tage später doch gefasst zu werden. Diese kurze Zusammenfassung der Geschehnisse lässt kaum einen Rückschluss zu, welchen Stellenwert Eureka einnimmt, heute eines der wichtigsten australischen Nationalmythen. Um diese Frage näher zu betrachten werde ich zunächst eine Zusammenfassung der historischen Ereignisse geben. Darauf folgt eine Einschätzung der direkten politischen Konsequenzen und in einem dritten Schritt ein Abriss der Mythifizierung Eurekas. Den Abschluss bildet der Versuch, eine Einschätzung des heutigen Stellenwertes in der australischen Gesellschaft zu geben.

Historischer Kern[1]

Die wahre Brisanz der Eureka Stockade liegt nicht so sehr in der halben Stunde von Ballarat, sondern vielmehr in den Ereignissen in den Wochen und Monaten zuvor, auf den Goldfeldern, in Melbourne und London, sowie in dem direkten Nachspiel um den Prozeß der Stockader.

Im Frühjahr 1853 wurde in Victoria Gold gefunden. Die Nachricht breitete sich sofort in aller Welt aus. Ein neuer Goldrausch, ähnlich dem in Kalifornien, brach aus. Für die Kolonie hatte das weitreichende Konsequenzen. Innerhalb eines halben Jahres vervierfachte sich die Bevölkerung. Doch trotz des enormen Zustroms an Arbeitern kam die vor allem auf Schafzucht ausgerichtete Wirtschaft durch Arbeitskräftemangel so gut wie zum Erliegen. Die Mehrheit der erwerbsfähigen Erwachsenen der Kolonie fand sich auf den sich ausbreitenden Goldfeldern ein, um ihr Glück dort zu suchen. Dabei waren es nicht nur einfache Arbeiter, die sonst kaum eine Chance auf den sprunghaften sozialen Aufstieg gehabt hätten, den ein Goldfund ermöglichte. Es waren auch Gelehrte, ausgebildete Ingenieure und selbst ein Richter des obersten Gerichtshofes der Kolonie in den diggings tätig. Nicht nur kamen sie aus allen Professionen, sondern auch aus aller Herren Länder. Jedoch kam die Mehrheit aus den Vereinigten Staaten und Europa. Und mit ihnen kamen die freiheitlich-revolutionären Ideale und Praktiken, die in den Freiheitskämpfen von 1848 in Mitteleuropa gerade weite Beachtung gefunden hatten. Die besonders große Gruppe der Iren zum Beispiel stand noch unter dem direkten Eindruck des gescheiterten Osteraufstandes in Dublin. Dementsprechend gehörten politisches Agitieren und demokratische Versammlungen zum täglichen Leben auf den Goldfeldern, zusammen mit härtester physischer Arbeit, der extremen Witterung, feindlicher Natur, sich unkontrolliert ausbreitender Kriminalität und den berüchtigten Lizenzjagden.

Berliner Videoblog: Die Geschichte mit dem Haartrockner

Yiannis hatte in seinem Leben niemals einen „persönlichen“ Haartrockner. Doch als er nach Berlin kam, besorgte ihm seine Mutter einen deutschen Haartrockner, den es mit „Couponen“ vom Supermarkt gab. Dieser Haartrockner ging leider sehr schnell kaputt. Doch Yiannis bekam schon bald einen neuen Haartrockner. Wie lange dieser funktioniert, welche Rolle Matt, Norma und Valeria dabei spielen und wie der glückliche Ausgang der Geschichte in der Schweiz ist, erfahren wir in diesem Videoblog.

Media:

Die Omnipräsenz der Demütigung in der heutigen Gesellschaft und die Politik der Würde

Der Begriff der Demütigung ist der Bedeutungsgruppe Unlust empfinden zuzuordnen und steht auf gleicher Stufe mit Bedrohung, Elend, Kränkung und Leid (vgl. Franz Dornseiff, Der deutsche Wortschatz, 2004). Auch die Synonyme für Demütigung, wie z.B. Entwürdigung, Herabsetzung, Missachtung oder Verachtung, sind ähnlich negativ in ihrer Bedeutung, so dass es für einen Außenstehenden schwer verständlich erscheinen mag, dass Demütigung auch freiwillig beinhalten kann, wie bei bestimmten religiösen Praktiken. Und sie kann sogar „einvernehmlich statt finden“, zum Beispiel bei sadomasochistisch-interessierten Menschen, die aus Demütigungen einen Lustgewinn ziehen. Doch im Prinzip ist Demütigung die erzwungene Erniedrigung eines Menschen oder einer Gruppe, ein Prozess der Unterwerfung, der den Stolz, die Ehre, und Würde der Opfer verletzt oder vollständig raubt. Gedemütigt zu werden bedeutet, oft in extrem schmerzhafter Weise, in eine Situation gebracht zu werden, die sehr viel „tiefer” angesiedelt ist als es das Opfer erwartet. Der Akt der Demütigung enthält erniedrigendes Verhalten anderen gegenüber, Verhalten welches etablierte Grenzen und Erwartungen überschreitet. Demütigung kann Zwang und Gewalt beinhalten. Im Zentrum steht die Idee des nach unten Drückens und unten Haltens.

Der Begriff der Demütigung als solcher stellt keinen akademischen Terminus dar. In Lexika und Wörterbüchern wird die Demütigung als: Verletzung von jemanden in seiner Würde und Ehre (Wahring Deutsches Wörterbuch 1980); Verletzung von jmds. Selbstgefühl oder Stolz (Knaurs Grosses Wörterbuch der deutschen Sprache, Der Grosse Störing, München 1985); tiefe, beschämende Kränkung (Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch, Band 2, Stuttgart 1981), Herabwürdigung (Meyers Grosses Universal Lexikon, Band 16, Mannheim 1986) oder als Erniedrigung, Nichtachtung (Duden, Sinn- und Sachverwandte Wörter, Synonymwörterbuch der deutschen Sprache, Hrsg. Wolfgang Müller, Mannheim, Leiozig, Wien, Zürich 1997) beschrieben.

 

[quote] Demütigung (von Demut) ist die absichtlich beschämende oder verächtliche Behandlung eines wehrlosen Anderen vor den Augen Dritter oder vor seinen eigenen Augen. (vgl. Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Demütigung, Version 21:04, 18. Apr 2006) [/quote]

Die Demütigung scheint in der heutigen Gesellschaft omnipräsent zu sein und weist eine Menge von unterschiedlichen Erscheinungsformen auf. Man kann von einer psychischen, körperlichen, emotionalen, sexuellen oder beruflichen Demütigung sprechen, aber auch von einer politischen oder nationalen Demütigung. Der Begriff der Demütigung kann daher auf einer persönlicher Ebene (Mikroebene) als auch auf einer kollektiven Ebene (Makroebene) betrachtet werden. In beiden Fällen hat er mit dem Begriff von Würde, Ehre und Stolz zu tun. Da diese Werte unterschiedlich bei den Individuen herausgeprägt sind, wird die Demütigung auch im unterschiedlichen Grade empfunden. Sie hängt von der Sensibilität eines Menschen, hat daher einen subjektiven Charakter.

Ich sollte über Ostern in Griechenland schreiben

Hoi Hoi! Wie geht’s Euch? Wahrscheinlich geht’s gut und mir geht’s. Deswegen bin ich wieder zurück auf dieser Seite und um dieses mal über Ostern zu schreiben. Ich hätte vorher eigentlich schon über den ersten April schreiben müssen, aber ich habe das vergessen.

Das Wachstum des Indymedia-Netzwerks: Das erste global agierende alternative Mediennetzwerk

Indymedia wird zu Recht von vielen als erstes global agierendes alternative Mediennetzwerk angesehen. Das rasante Wachstum Indymedias wird bereits bei der Betrachtung der Website deutlich. Hier sind 165 Medienkollektive, die offiziell Teil des Netzwerks sind, aufgelistet - in mehr als 70 Ländern und auf allen Kontinenten. Das Wachstum des Netzwerks vollzog sich bisher vor allem in der westlichen Welt und Lateinamerika. Seit 2005 schwächte es sich hier jedoch erheblich ab. In anderen Weltregionen, zum Beispiel in Asien, bilden sich weiterhin neue Medien-Kollektive, jedoch nicht in dem Umfang wie es bisher im Westen zu beobachten war. Nichtsdestotrotz muss dies nicht zwangsläufig als ein abflauender Trend angesehen werden. Einerseits operieren bestehende Indymedia-Kollektive fortlaufend weiter und sind für neue Mitglieder offen. Andererseits sind in einigen Ländern vermehrt auch Indymedia-Kollektive aktiv, die keine eigenen Webpräsenzen betreiben und bereits bestehende Websites und andere Kanäle, zum Beispiel Blogs, für die Medienpublikation nutzen.

Ostern in Italien – heißt für mich vor allem Schokolade, Schokolade, Schokolade und essen, essen, essen!

Zu Karfreitag essen wir in Italien nur Fisch, sehr leicht. Es gibt keine Süßigkeiten oder leckere Sachen, weil Christus gestorben ist, deshalb ist dieser Tag nicht mein Lieblingstag… Am Samstag versucht man dann zu vergessen, dass Jesus umgebracht wurde, also ist es empfehlbar einen Spaziergang am Gardasee zu machen, auf’s Land mit dem Fahrrad oder für faule Leute wie Valeria mit der Vespa zu fahren.

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